Nachwuchs

Junge Gesichter bei der Feuerwehr

Bergedorf. Die sieben Freiwilligen Feuerwehren in den Vierlanden sind gut aufgestellt. Acht junge Männer und Frauen verstärken die Einsatzabteilungen. Sie haben den ersten Teil ihrer Grundausbildung, die sechsmonatige Truppmann-/Truppfrau-Ausbildung, nun beendet.

Mit ihnen gibt es in den Vierlanden rund 230 aktive Feuerwehrleute. Und: Neun weitere junge Menschen haben mit ihrer Grundausbildung begonnen.

Karsten Dabelstein (46), Bereichsführer Vierlande, ist zufrieden. Zumal es in den vergangenen drei Jahrzehnten so gut wie nie Nachwuchssorgen gab: "Es sind jedes Jahr acht bis zehn Anwärter. Lediglich in den 80er-Jahren waren es ein, zwei Mal weniger", sagt Dabelstein.

Besonders erfreulich: Immer mehr junge Frauen gehen zur Freiwilligen Feuerwehr, übernehmen auch Verantwortung als Ausbilderinnen. "Im gesamten Einsatzbestand des Bereichs Marschlande sind es zwar immer noch weniger als fünf Prozent, aber der Anteil nimmt kontinuierlich zu", sagt der Bereichsführer.

Die neun neuen Anwärter werden in den kommenden Monaten mehr als 120 Stunden lang ausgebildet, dann am 13. April 2013 an der Landesfeuerwehrschule in Billbrook in Theorie und Praxis geprüft.

Nach der Truppmannausbildung werden die jungen Leute Mitglied der Einsatz-Abteilung der Wehr in ihrem Löschbezirk. Dort setzen sie ihre Grundausbildung eineinhalb Jahre lang - als Feuerwehrmann-Anwärter - fort. "Die jungen Kameraden sollen früh eine Bindung zur Einsatzabteilung aufbauen", sagt Norbert Wobbe (44) und fügt hinzu: "Die Anwärter haben fast alle Rechte, etwa das aktive Wahlrecht."

Wobbe ist Mitglied der FF Kirchwerder-Süd, engagiert sich darüber hinaus seit 15 Jahren als Bereichsausbilder. Er ist der Sprecher der 14 Bereichsaubilder, die aus allen sieben Wehren stammen.

Sie kümmern sich darum, dass die jungen Kameraden alles rund um Brandschutz, Rettungsdienst und Technische Hilfeleistung lernen. Der Unterricht ist in und vor den verschiedenen Feuerwehr-Häusern.

Zur FF Kirchwerder-Süd gehören auch André Wehncke (18), Kfz-Mechatroniker-Auszubildender, und Steven Schulze (17), Straßenbauer-Azubi. Wehncke hat die Truppmann-Ausbildung hinter sich, Schulze hat sie gerade begonnen. Beide sind "familiär vorbelastet". Ihre Großväter waren früher aktive Feuerwehrleute. Das habe sie geprägt, berichten die jungen Männer. "Mich hat das schon als Kind fasziniert", sagt Wehncke, der "helfen möchte". Ihn interessiert besonders der Rettungsdienst. "Es bereitet mir keine Probleme, Verletzte zu versorgen", sagt der 18-Jährige, der bereits Einsatzerfahrung hat. "Wichtig ist, mit den Kameraden darüber sprechen zu können."

Dass es in den Vierlanden keine Nachwuchssorgen gibt, sei auch der "guten Nachwuchsförderung" geschuldet, sagt Dabelstein. Die FF Curslack und die FF Altengamme bereiten Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 17 Jahren auf die Arbeit in den Einsatzabteilungen vor. Wobbe: "Wir profitieren auch von der guten Arbeit der Jugendfeuerwehr Hohendeich im Bereich Marschlande. Viele Jugendliche wechseln später in unseren Bereich." Mehr als drei Viertel aller Mitglieder der drei Jugendwehren würden später in Einsatzabteilungen wechseln.

Die 17 neuen Kameraden leben in den gesamten Vierlanden, entsprechend bekommen alle Vierländer Wehren "frisches Blut".

Wer sich bei der Feuerwehr engagieren will, kann sich bei jeder Wehr melden und sich im Internet informieren: www.feuerwehr-hamburg.de .