Bahnhof

Wer möchte die Flächen gestalten?

Billwerder. Kaum saniert und schon beschmiert. So geht es der S-Bahnstation Mittlerer Landweg. Sogenannte "tags" prangen auf den frisch gestrichenen Wänden.

Mit solchen Signaturen verewigen sich "writer" auf möglichst vielen Flächen, eine Art territoriale Markierung. Besonders großartig ist in der Szene, wer eine Wand als erster für sich entdeckt, möglichst viele tags setzt an möglichst unzugänglichen Stellen. Fahrgäste und die Deutsche Bahn finden diesen "Sport" weit weniger großartig.

"Leider wird immer wieder geschmiert", sagt Bahn-Sprecherin Sabine Brunkhorst, "wir geben jährlich bundesweit etwa 50 Millionen Euro aus, um diese Graffiti wieder zu beseitigen." Dabei sei es egal, in welcher Grundfarbe die Bahnhofswände gestrichen werden, ob grau-weiß wie am Mittleren Landweg, blau, gelb oder grün, ob Fliesen oder Naturstein: Den Kritzelakrobaten ist der Untergrund offenbar herzlich egal. Selbst transparente Flächen sind nicht sicher. "Scratchen" heißt hier das Problem, dabei werden Schriftzüge mit spitzen Gegenständen, Schlüsseln oder Steinen eingeritzt.

Nicht nur der Vandalismus lässt den Bahnhof schmuddelig wirken. In Höhe der Treppenstufen sind deutliche Rad- und Schleifspuren zu erkennen. Offensichtlich nutzen Radler die beidseitigen Kehrrinnen neben der Treppe als Schiebehilfe, müssen das Rad wegen der Handläufe aber seitlich neigen. So berühren die Räder die Wand und färben ab. "Wozu haben wir eigentlich den Lift gebaut?", fragt Brunkhorst und hofft, dass auch Radler ihn künftig mehr nutzen.

Und wie kann der Schmuddel-Schmiererei Einhalt geboten werden? Leser unserer Zeitung schlagen vor, die Flächen beispielsweise für Schulklassen freizugeben, die dort ein schönes Wandbild aufbringen. Grundsätzlich sei die Bahn nicht abgeneigt, sagt Brunkhorst, allerdings werde Graffiti nicht geduldet. Interessierte wenden sich vor der Realisierung mit ihren Ideen an das Bahn-Management oder nehmen über unsere Zeitung Kontakt auf, E-Mail: vierlande@bergedorfer-zeitung.de .