Mord?

Angler fischt Leiche aus der Norderelbe

Moorfleet. Diesen Angelausflug wird er wohl nie vergessen: Ein 32-Jähriger, der gestern gegen 8.40 Uhr in der Norderelbe an der Einmündung zur Dove-Elbe Fische fangen wollte, hatte plötzlich eine Leiche am Haken.

Der in einem Sack verstaute Körper hatte sich in der Angelsehne verfangen. Weil der Sack an einer Stelle nicht verschlossen war, konnte der Angler schnell feststellen, was er "gefangen" hatte. Über den Notruf 110 rief der Mann aus Rothenburgsort die Polizei.

Zuerst eilten Beamte des Bergedorfer Polizeikommissariates 43 an den Moorfleeter Hauptdeich zwischen A 1 und Bille-Siedlung. Dann rückten auch die Billstedter Berufsfeuerwehr, die Wasserschutzpolizei und die Mordkommission aus. Insgesamt waren sechs Streifenwagen und ein Polizeiboot im Einsatz.

Die Feuerwehrleute bargen die Leiche, trugen sie in das Deichvorland. Der Leichnam wurde anschließend zum Institut für Rechtsmedizin befördert. "Um keine Spuren zu verwischen, wird der Sack erst dort geöffnet", sagt Andreas Schöpflin, Sprecher der Hamburger Polizei. Die Leiche soll nun obduziert werden, um die Todesursache feststellen zu können. Mit ersten Ergebnissen wird heute gerechnet.

"Wir gleichen natürlich alle Daten zu dem Leichnam mit unserer Vermisstendatei ab", sagt Schöpflin. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei handelt es sich bei der Leiche um einen Mann. Doch selbst das Geschlecht mochte die Polizei gestern nicht definitiv bestätigen. Der Tote soll Arbeitskleidung und Arbeitshandschuhe getragen haben.

Schöpflin: "Aufgrund der Auffindesituation kann derzeit ein Gewaltverbrechen nicht ausgeschlossen werden." Nicht auszuschließen ist auch, dass beispielsweise Kupferdiebe auf diese Weise einen ums Leben gekommenen Komplizen verschwinden lassen wollten.