Blaualgen

Dem Eichbaumsee geht es besser

Allermöhe. Dem Sorgenkind Eichbaumsee, seit Sommer 2007 gesperrt, geht es bedeutend besser. Die Zahl der Blaualgen ist nach Angaben des Bergedorfer Bezirksamtes stark gesunken. Dieses Jahr darf allerdings noch nicht wieder in Hamburgs einst beliebtestem Badesee geplanscht werden.

"Ob der See kommendes Jahr freigegeben wird, müssen wir sehen", sagt Helmut Hoffmann, Leiter des Fachamtes Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt, und fügt hinzu: "Wir sind sehr, sehr optimistisch. Aber der See braucht noch Zeit, um sich zu regenerieren."

Zu verdanken ist die Heilung des Patienten Eichbaumsee dem natürlichen Bindemittel Bentophos. Es wurde seit November 2010 dreimal in dem See ausgebracht, um den Phosphorgehalt zu senken. Für kommende Woche ist der vorerst letzte Einsatz geplant - in einer Wassertiefe von sieben Metern und tiefer. Denn dort soll der Phosphorgehalt am höchsten sein. Phosphor und andere Nährstoffe fördern das Wachstum von Blaualgen, die wiederum Gesundheitsschäden bei den Badegästen bewirken können.

Anhand des Phosphorgehaltes im Wasser lässt sich der Algenbestand einschätzen. Entsprechend erfreut sind die Vertreter von Bezirksamt, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt sowie Angelsportverband Hamburg, die seit 1990 an dem kränkelnden Baggersee herumdoktern, über die neuen Zahlen. Im Frühjahr wurden etwa 130 Kilogramm Phosphor im See gemessen, etwas weniger als im Herbst 2011 und geringfügig mehr als im Frühjahr 2011. Aber: Im Herbst 2010 - kurz vor dem ersten Bentophos-Einsatz - befand sich mehr als eine Tonne Phosphor im Eichbaumsee.

Zwischen 2004 und 2010 ist der Phosphorgehalt von Jahr zu Jahr angestiegen - allen Anstrengungen, das Problem in den Griff zu kriegen, zum Trotz. Unter anderem wurden in dieser Zeit eine Tiefenwasserbelüftungsanlage (2007 und 2005) und eine Aluminiumsulfatlösung (2003) eingesetzt. Die Kosten für die Rettungsversuche belaufen sich insgesamt auf weit über eine Million Euro.

Nun können Hoffmann und seine Kollegen endlich aufatmen: "Das Wasser war in den vergangenen Wochen so klar wie schon lange nicht mehr", sagt der Fachamts-Leiter. Doch auch nachdem das Badeverbot aufhoben ist, soll der See weiter intensiv beobachtet werden. Denn Nährstoffe für die Blaualgen werden auch durch Badende in das Gewässer getragen. "Algen können sich - bedingt durch verschiedene Faktoren - immer wieder verstärkt entwickeln", sagt Hoffmann.