Förderung

Millionen Euro für das Landgebiet

Bergedorf. Mit dem Förderprogramm "Leader" der Europäischen Union sollen die ländlichen Gebiete am Rande der Großstadt Hamburg gestärkt werden. Welche Projekte auf den Weg gebracht werden sollen, entscheidet die "Lokale Aktionsgruppe" (LAG) eines Vereins unter Vorsitz von Andreas Kröger, Präsident der Landwirtschaftskammer Hamburg.

In ihrer jüngsten Sitzung stimmte die LAG der Bezuschussung diverser Projekte zu, die insgesamt rund 2,5 Millionen Euro kosten. Davon sind 1,4 Millionen Euro als "Leader"-Zuschuss beantragt. Die Vergabe der Mittel, die auch aus Hamburg kommen, muss nun noch die Wirtschaftsbehörde absegnen. Das Landgebiet steht im Fokus: Mit den Projekten sollen regionale Produkte in den Vordergrund gerückt und die Attraktivität der Vier- und Marschlande als Naherholungsgebiet gesteigert werden.

Der Name des Projektes "REAL" steht für "Regional Essen, Ausbildung und Lernen". Die Initiatoren, darunter die Landwirtschaftskammer Hamburg und die Stadtteilschule Bergedorf, wollen den Schülern am Ladenbeker Weg 13 Gemüse aus dem Landgebiet schmackhaft machen und Berufe in der Grünen Branche aufzeigen. Eine zentrale Rolle soll dabei eine Produktionsküche in der künftigen Ganztagsschule spielen. Die Schüler werden zwar nicht selbst kochen, sollen aber aktiv in die Zusammenstellung der Rezepte und Speisepläne eingebunden werden, detailliert Einblick in die Abläufe der Essensversorgung bekommen. Profis werden die Kinder und Jugendlichen betreuen. "Das Projekt wird vermutlich im Herbst bewilligt, kann dann in einem Jahr starten", sagt Regionalmanagerin Christine Seiler von der LAG.

Eine Brücke zwischen gesunder Ernährung an Schulen und Kindertagesstätten und der Internationalen Gartenschau 2013 (IGS) in Wilhelmsburg soll ein weiteres Projekt, die "Gesunde Klasse", schlagen. Christine Seiler: "In Kooperation mit Trägern aus dem Naturschutz- und agrarpädagogischen Bereich werden Veranstaltungen zu vielen verschiedenen Themen angeboten. Die Einrichtungen werden im September schriftlich darüber informiert." Unter anderem sollen in Wilhelmsburg Imker ihre Arbeit demonstrieren. Die Angebote sind bezogen auf die fünf Kulturlandschaften, die bei der IGS im Mittelpunkt stehen, darunter die Vier- und Marschlande, die Lüneburger Heide oder das Alte Land. Projektstart ist mit der Eröffnung der Gartenschau im April 2013.

Besucher der Gartenschau sollen wiederum auch nach Bergedorf gelockt werden. Damit sie die schönsten Plätze in den Vier- und Marschlanden problemlos finden, will das Bergedorfer Bezirksamt "ein touristisches Leitsystem mit Beschilderung der Fahrrad- und Wanderrouten" einrichten, berichtet Christine Seiler. Verschiedene Strecken, etwa eine "Rosenroute", und Wissenswertes zu den Sehenswürdigkeiten sollen dann als App auf Handy herunter geladen werden können. Eng verknüpft mit diesem Projekt ist ein weiteres: Die Umsetzung eines historisch-naturkundlichen Wanderweges in der Elblandschaft Zollenspieker. Es sollen Wege gebaut und Lücken des schon existierenden Rundwegs geschlossen werden. Schautafeln sollen über die Kulturlandschaft informieren. "Zum Start der IGS soll alles fertig sein", sagt die Regionalmanagerin.

Mehr Infos zum "Leader"-Programm und den Verein, der mit der Umsetzung befasst ist, gibt es im Internet: www.stadt-land-fluss-hamburg.de