Gutachten

Schöpfwerke gegen Überflutungen

Fünfhausen (ten). Der nächtliche Hochwasseralarm Anfang Januar ist vielen Menschen noch in deutlicher Erinnerung. Etwa 500 Häuser waren von einer Überschwemmung bedroht, weil die Entwässerung an ihre Grenzen gestoßen war.

Ein Gutachten zur Verbesserung der Oberflächenentwässerung stellte jetzt Dr. Karl Hähne vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) im Regionalausschuss vor.

Kritisch kann es werden, wenn Elbe- und Binnenhochwasser gleichzeitig auftreten. Dann kann das Landgebiet über den einzigen Abfluss, die Tatenberger Schleuse, nicht weiter entwässert werden. "Es besteht Handlungsbedarf", sagt Dr. Karl Hähne.

Der LSBG hat das Gebiet hydraulisch untersucht und mögliche Standorte für den Neubau von Schöpfwerken ermittelt. Denkbar wäre danach ein großes Schöpfwerk in Tatenberg, das 45 Kubikmeter Wasser pro Sekunde befördern kann. Allerdings wäre dies sehr teuer und würde dennoch nicht alle Probleme an den Oberläufen der Gose- und Dove-Elbe sowie am Schleusengraben lösen. Möglich wäre auch der Bau eines kleineren Werks in Tatenberg (15 Kubikmeter pro Sekunde) unterstützt durch Werke in Ochsenwerder, bei der Riepenburg (Gose-Elbe) und am Oberlauf der Dove-Elbe (in der Summe acht Kubikmeter pro Sekunde Schöpfleistung). Der Nachteil: Die Hochwasserschutzlinie würde an vier Standorten durchbrochen, Kosten und Folgekosten wären nicht unerheblich.

Letztlich favorisiert wird dies: Bau je eines Schöpfwerkes an der oberen Dove-Elbe und bei der Dove-Elbe-Schleuse (Leistung insgesamt 14 Kubikmeter pro Sekunde) und eine Anpassung im Bestand, etwa die Sanierung der Hausdeichschosse (Kanäle). Damit könnten in allen Bereichen - Schleusengraben, Dove- und Gose-Elbe - im Ernstfall Wasserspiegelabsenkungen erreicht werden.

Anfang kommenden Jahres sollen die Vorplanungen abgeschlossen sein. Frühester Baubeginn ist 2015.