Gedenkstätte

Mahnmal für Deportierte aus Murat

Neuengamme. In Vergeltungsaktionen erschossen die Nationalsozialisten im Sommer 1944 in der französischen Stadt Murat 25 Geiseln und deportierten von dort mehr als 100 Männer in das Konzentrationslager Neuengamme. Nur 31 von ihnen überlebten die schwere Zwangsarbeit.

Im Gedenkhain der KZ-Gedenkstätte am Jean-Dolidier-Weg 75 wurde gestern von Hamburgs Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler und einer Delegation aus Murat ein Mahnmal eingeweiht, das an die Leiden der Franzosen erinnern soll.

Das Mahnmal mit dem Namen "Murat dans la tourmente" (Murat im Sturm) besteht aus Säulen in verschiedenen Größen aus Basaltsteinen aus der Umgebung von Murat. Geschaffen wurde es von dem französischen Architekten Christian Pichot-Duclos, Enkel eines Deportierten.

Das Mahnmal haben Hinterbliebene um Jean Cassagne, den Sohn eines KZ-Häftlings, initiiert. Sie waren gestern dabei, als die Senatorin mit Cassagne und dem Bürgermeister von Murat, Bernard Villaret, Kränze an dem Mal niederlegte.

Im Haus des Gedenkens hatte die Kultursenatorin zuvor - in französischer Sprache - die Bedeutung des Gedenkens hervorgehoben, Beschreibungen des Überlebenden Antoine Sauret zitiert. "Das Denkmal ist ein Brückenschlag nach Murat, wo ebenfalls ein Denkmal an das Schicksal der Deportierten erinnert", sagte sie und fügte hinzu: "Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus bleibt auch für die Zukunft unabdingbar."

Barbara Kisseler lobte ein Schülerprojekt, das sich mit der Geschichte der Deportierten aus Murat ausgiebig auseinandergesetzt hatte: In Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte erarbeiteten Schüler des Gymnasiums Süderelbe dazu eine zweisprachige Ausstellung. Die Franzosen besuchten sie gestern im Haus des Gedenkens, äußerten sich sehr erfreut über das Engagement der jungen Hamburger.

Weitere Informationen zu dem Schülerprojekt, das im vergangenen Jahr mit dem Hamburger Bildungspreis ausgezeichnet wurde, gibt es im Internet unter www.lebendiges-gedaechtnis.de . Infos über die Gedenkstätte sind unter www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de zu finden.