Ausflugstipp

Entdeckungsreise in die Welt von Pinsel und Farbe

Billwerder (ten). Selbst für den, der mit Farben und Tapeten eigentlich nichts am Hut hat, lohnt sich ein Besuch im "Deutschen Maler- und Lackierermuseum" am Billwerder Billdeich 72.

Das Glockenhaus und die gegenüberliegende Tenne bieten großartige Einblicke in die Geschichte und Entwicklung. So richtig schön wird es, wenn jemand wie Ewald Hamburg den Besuch erklärend begleitet.

Ewald Hamburg ist selbst Malermeister im Ruhestand und früherer Inhaber der gleichnamigen Handwerksfirma in Altengamme. Er weiß zu jedem Exponat eine Geschichte zu erzählen, kann erklären, wie welches Werkzeug angewendet wurde und was das Geheimnis einer guten Tapezierarbeit ist. Zu Pfingsten bietet sich wieder die Gelegenheit, mit ihm durch Silber-, Zunft- oder Fahnensaal zu spazieren, die Lukasdiele zu bewundern und mit Hilfe von zehn üppig bestückten Kabinetten durch die Geschichte zu reisen.

Ob Wanderschaft, Werkstatt früherer Zeit, Tapetentechnik oder Farbmühlen: Ewald Hamburg erklärt nicht nur, er weiß auch manche Anekdote zu erzählen. So steht beispielsweise die Geste des Reibens von Zeigefinder und Daumen heute für "Geld" oder auch "teuer", geht aber auf die Prüfung des Feinheitsgrades der Mischungen in den Farbmühlen zurück. Hamburg weiß auch, was es mit der "Punschbowle" in der Tenne auf sich hat und warum der davor parkende, dreirädrige "Tempo" nur bedingt für den Transport von Farbeimern über Kopfsteinpflaster geeignet war.

Viele Einblicke und Staunenswertes bietet das einzigartige Museum, das Joachim Germann vor mehr als 25 Jahren gegründet hat, auf etwa 300 Quadratmetern Fläche. Ewald Hamburg und weitere Malermeister, die dem "Verein zur Förderung des Deutschen Maler- und Lackierermuseums" angehören, bieten regelmäßig Führungen an. Das Museum ist sonnabends und sonntags von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Führungen können aber auch für Termine außerhalb der Öffnungszeiten vereinbart werden: Telefon (040) 34 38 87 oder 72 37 55 65 (Ewald Hamburg). Weitere Infos gibt es im Netz unter www.malermuseum.de .