Vier-Sterne-Hotel

Heute kommen die ersten Gäste

Zollenspieker. Um 10 Uhr beginnt heute Morgen eine Firmentagung im altehrwürdigen Saal des Zollenspieker Fährhauses. Zuvor checkt knapp die Hälfte der 100 Teilnehmer im neuen Vier-Sterne-Hotel am Zollenspieker Hauptdeich 143 ein. Nur 48 Stunden vorher saß Britta Lüth noch in einem fast leeren Büro.

Die Möbelkartons stapelten sich vor dem langen Tresen in der Empfangshalle. "Alle Mitarbeiter bewahrten die Ruhe - trotz des Durcheinanders, das hier vor zwei Tagen noch herrschte", sagt die Empfangschefin. "Aber heute Morgen war ich doch aufgeregt, als ich zur Arbeit kam."

Die 45-Jährige trat am 1. April ihre neue Stelle an, zuvor war sie Empfangschefin im Alsterkrug-Hotel am Flughafen Hamburg. In den vergangenen gut drei Wochen erlebte sie die "heiße Phase" vor der Eröffnung hautnah mit. Noch vor 48 Stunden hätte kaum einer der mittlerweile 70 Mitarbeiter in beiden Häusern für möglich gehalten, dass heute die ersten Gäste einchecken und in ihre Zimmer einziehen.

Überall wuseln zu diesem Zeitpunkt Handwerker und Reinigungskräfte herum. Der gläserne Fahrstuhl im Atrium wird auf Hochglanz poliert, Fußleisten, die schon wieder Kratzer hatten, schnell noch einmal übergestrichen. Techniker aller Sparten sind im ganzen Haus verstreut, überprüfen die Beleuchtung, installieren den Computer auf dem Empfangstresen oder die Flachbildschirme in den Zimmern, optimieren die Schließmechanismen der Türen oder installieren hochwertige Profi-Kaffeemaschinen. Draußen schieben Mitarbeiter der Firma Brinkmann mit ihren Sackkarren vorbei, platzieren Töpfe mit Buchs- und Lorbeerbäumen auf der Terrasse und im Eingangsbereich der Bar.

Zwischen diesem geschäftigen Treiben in jedem Winkel des Hauses thronen Hunderte Stühle, Sessel und Sofas sowie Tische in verschiedenen Größen und Formen - alle noch in schützenden Kunststoff eingeschweißt. Dort, wo die Folien einen freien Blick gewähren, zeigt sich schnell: Hier ist nichts von der Stange. Bei fast allen Möbeln steht warmes Holz in interessantem Kontrast zu kühlem Metall oder Naturstein. Am eindrucksvollsten wurde dieses Prinzip im Atrium mit dem gläsernen Fahrstuhl und der Holz-Metall-Freitreppe umgesetzt, das vom Keller bis zum Glasdach reicht. Auch der Bartresen zieht die Blicke auf sich: die Front in gebürstetem Edelstahl, darauf eine schwere Eichenholzplatte. Die Rückwand des Tresens wurde mit antiken Ziegelsteinen aus alten Klöstern verblendet, daran schlichte Glasscheiben befestigt, die als Regale für Gläser und Tassen dienen.

Sven Pommerening schlängelt sich gerade mit einem Tablett voller Tassen an den Möbeln in Bar und Lounge vorbei. Ziel des Serviceleiters ist der Frühstücksraum auf der östlichen Seite des Erdgeschosses, den er nach und nach mit Geschirr bestückt. Der 27-Jährige arbeitete vorher bei Louis C. Jacobs an der Elbchaussee. Trotz Hektik und Durcheinander steht auch ihm die Vorfreude auf den Hotelbetrieb ins Gesicht geschrieben. "Wir wollen jetzt endlich loslegen", sagt er und lacht.

Offiziell öffnet das Haus am Dienstag, 1. Mai, seine Türen für Besucher. Wer sich für eine Führung interessiert, hat dazu wieder am Freitag, 18. Mai, Gelegenheit. Um 15, 16.30 und 18 Uhr wird jeweils ein Rundgang angeboten.