Eigenarbeit

Nistkästen für Hornissen

Kirchwerder (kb). Die Hornissen (Vespa crabro) haben bei Jäger Dieter Schulz (70) so viel Eindruck hinterlassen, dass er jetzt in seinem gut 350 Hektar umfassenden Revier drei, speziell für die großen Brummer angefertigte Nistkästen aufgehängt hat.

Kurzer Rückblick: Der Vierländer hatte im vergangenen Jahr nach dem ersten Frost in seinem Kanzelhochsitz in den Kirchwerder Wiesen ein sehr großes Hornissennest geborgen und der Schule Zollenspieker als Anschauungsmaterial und für "Forschungszwecke" der Lütten zur Verfügung gestellt. Nachdem er sich weiter über die äußerst nützlichen Insekten schlau gemacht hatte - ein großes Volk kann unter anderem pro Tag bis zu 500 Gramm Fliegen, Mücken und andere Insekten erbeuten - wurde er schnell mit den passionierten Naturschützern Karl-Heinz "Kuddel" Schomann (77) und Gerhard Raschka (64) einig. Sie würden ihm Hornissenkästen bauen.

"Etwa zwei Stunden brauche ich, um den Kasten fertigzustellen", sagt Routinier Schomann. Er hat in den vergangenen drei Jahren fast 230 Nistkästen für die unterschiedlichsten Vogelarten gebaut und in den Vier- und Marschlanden aufgehängt. Dabei ist Arbeitsteilung gefragt. Malermeister Raschka besorgt das unbehandelte Holz und malt den fertigen Kasten mit umweltfreundlicher Lasur an. Schmiedemeister Schomann wechselt das Metier und wird zum Tischler. Den Bauplan fand er im Internet. "Es ist dringend nötig, Kästen aufzuhängen. Es werden so viele alte Bäume gefällt und Knicks auf den Stock gesetzt, teilweise sogar gerodet, dass es für Vögel und auch für Insekten viel weniger Nistmöglichkeiten gibt", hat Raschka beobachtet. Vor kurzem, als die beiden einen Kasten aufhängten, ging es den Meisen gar nicht schnell genug. "Als wir die Leiter einholten, haben die Piepmätze die Wohnung schon inspiziert", sagt Schomann und freut sich über die Akzeptanz.

Die drei Vierländer sind jetzt richtig gespannt, ob sich eine Hornissenkönigin einen Kasten ausguckt. "Wir haben sogar ein paar alte Waben aus dem letzten Jahr reingehängt", sagt Schomann. "Wenn die Kästen angenommen werden, will ich gern noch mehr aufhängen. Das sind tolle Tiere", sagt Schulz und spendiert 100 Euro für die Anglerkasse der beiden Nistkasten-Erbauer.