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DNS steht für Kunst in vielen Varianten

Allermöhe. Mit scheinbarer Leichtigkeit schwingt Dagmar Nettelmann Schuldt den dünnen Pinsel. Mit Aquarellfarbe malt sie Storch Rolf einen roten Schnabel. Er schwingt sich von seinem Horst. Im Hintergrund drehen sich große, weiße Windräder unter blauem Himmel.

Um Storch Rolf vom Achterschlag in Curslack vor den umstrittenen Windrädern zu verewigen, hat die 43-Jährige einigen Aufwand betrieben. Dagmar Nettelmann Schuldt fuhr zu Windkraftanlagen im Landgebiet und machte sich Skizzen. In ihrem Atelier im alten Schulhaus am Allermöher Deich 445 entstanden weitere Skizzen, auch von dem Storch, bevor die Künstlerin mit dem Zeichnen des eigentlichen Bildes begann.

Dagmar Nettelmann Schuldt, Kurzform DNS, verdient ihren Lebensunterhalt mit Kunst. Sie malt, fertigt Skulpturen, erledigt als Diplom-Illustratorin Auftragsarbeiten etwa für Zeitschriften. Auch als Bildungsreferentin ist sie unterwegs, demonstriert etwa Erziehern Kreativitätsförderung und ästhetische Bildung für Kinder. Interessierte können sich auch in einem Gestaltungskursus oder in Einzelstunden in ihrem Atelier unterrichten lassen.

Seit elf Jahren stellt die Hamburgerin regelmäßig in und um Hamburg aus, erhielt für ihre Werke diverse Auszeichnungen. Im Karoviertel und auf der Uhlenhorst leitete sie Galerien.

Die Künstlerin arbeitet mit verschiedenen Techniken. Oft greift sie zu speziellen Messern und ritzt Überflüssiges aus Holz. Das, was übrig bleibt, dient als Druckvorlage. So entstehen faszinierende Holzdrucke. "Das ist nach dem Fingerabdruck die älteste Vervielfältigungstechnik Europas", sagt die 43-Jährige.

Die Diplomarbeit der Künstlerin bestand aus einer Buchpräsentation aus mit Holz geschnittenen Texten im Hamburger Literaturhaus. "Dieses Buch steht auf der Ankaufsliste der Staatsbibliothek Berlin, Stiftung preußischer Kulturbesitz", sagt Dagmar Nettelmann Schuldt.

Sie arbeitet auch mit Acrylfarben und Ei-Tempera. Aus Absperrband fertigte sie ein Kleid, das im "Maisalon" am 5. und 6. Mai im alten Schulhaus ausgestellt wird. Selbst Kartoffeldruck findet Dagmar Nettelmann Schuldt spannend. Kindern würde sie diese beim Nachwuchs beliebte Technik nicht empfehlen: "Haushaltsschwämme lassen sich besser ausschneiden."

Arbeiten von Dagmar Nettelmann Schuldt sind auch bei der Bergedorfer Kunstschau zu sehen, die am 20. April, 19 Uhr, im Schloss eröffnet wird. Außerdem zeigt sie ihre Kunst vom 10. bis 12. August bei einer Gemeinschaftsausstellung in der Bergedorfer Sternwarte.

Die Künstlerin lebt seit 14 Jahren in Curslack. Geboren wurde sie in Hamburg, aufgewachsen ist sie in Geesthacht. Sie hat zwei Kinder (13, 16). Internet-Informationen unter www.tritonia2.de .