Rieckweg

Gemeindepastor Neitzel sagt Tschüs

Kirchwerder (ten). Noch sind nicht alle Umzugskartons ausgepackt, doch Familie Neitzel fühlt sich in dem kleinen Häuschen am Süderquerweg schon wohl. Nach knapp zwölf Jahren als Gemeindepastor in Curslack wechselt Götz-Volkmar Neitzel (47) jetzt ins Vertretungspfarramt.

Kirchenvorstand und Pastor hatten die Zusammenarbeit nicht verlängert. Die volle Pfarrstelle, die zur Hälfte von der Kirchengemeinde selbst finanziert wird, ist jetzt in der Nordelbischen Kirche ausgeschrieben. Bis das Pastorat am Rieckweg wieder bezogen ist, werden unter anderem Pastor Joachim Masch und Prädikaten einspringen.

Der in Kiel geborene und in Flensburg aufgewachsene Götz-Volkmar Neitzel hatte schon früh den Wunsch, Pastor zu werden. Gute Vorbilder gab es genug, so war auch der Großvater Pastor. Er bewirkte im badischen Mannheim viel, besonders für behinderte Menschen. Wechsel und Veränderungen gehören für Neitzel zum Leben: "Die Kirche ist ja kein Selbstzweck und Pastoren sind austauschbar", sagt er. Nach dem Abitur studierte Neitzel nicht nur in Kiel, sondern auch in Jerusalem, Heidelberg und in der Schweiz. Zudem engagierte er sich als Reiseleiter im Nahen Osten und sammelte Erfahrungen in einer Unternehmensberatung. Schließlich nahm er auch viel mit aus der Zeit im russischen Gusev (früher Gumbinnen) bei der "Salzburger Gemeinschaft". Nach dem Vikariat in Othmarschen ging Neitzel nach Geesthacht und wechselte nach gut drei Jahren nach Curslack. Dort schlossen seine Frau Dagmar und er den Bund fürs Leben, wurde Tochter Frederike geboren.

Der Seelsorgebereich liegt Neitzel besonders am Herzen. Seit zwölf Jahren engagiert er sich als Notfallseelsorger und ließ sich zudem als systemischer Therapeut weiterbilden. Gerne erinnert er sich an die Arbeit mit den Konfirmanden. Seine Neuerung, den Unterricht auf einen Seminartag im Monat zu konzentrieren, erwies sich als fruchtbar und war zudem bestens mit den Anforderungen der Ganztagsschule zu vereinbaren.

Spannende Betätigungsfelder sieht Neitzel, der auch an der Hochschule für angewandte Wissenschaften und an der Feuerwehrakademie referiert, in der Erwachsenenbildung. "Mich interessiert es, die Fragen zu finden, die hinter den Antworten stehen." So sei etwa das Glaubensbekenntnis nicht einfach ein Ritual, sondern die Antwort auf viele vorangegangene Fragen. Sie zu stellen und zu erkennen, warum sie heute noch wichtig sind, bringe die Menschen Gott näher und "wieder hinein in das Boot der Kirche".