Brutplatz

Etagenhaus zum Piepen

Curslack (mad). Ein Herz für Sperlinge haben Gabriele und Wolfgang Klein. Daher bauten sie ihnen ein ganz besonderes Domizil in der Kleingartenkolonie am Pollhof.

Gleich neben der Gartenpforte ragt ein dickes Bambusrohr von etwa 15 Zentimetern Durchmesser zweieinhalb Meter in die Höhe. Es sieht aus wie ein futuristisches Kunstwerk. Doch es ist ein Etagenhaus zum Piepen, denn Ehepaar Klein hat darin vier Brutplätze für Spatzen angelegt. Die sind sehr komfortabel mit Dachüberstand und Hintertür für die Reinigung. "Bambusstangen haben Zwischenböden. Weil Sperlinge es lieben, gemeinsam zu nisten, entstand die Idee für das Mehrfamilienhaus", sagt Gabriele Klein.

Sie und ihr Mann haben noch weitere fünf Vogelhäuschen im Schrebergarten. Das Ehepaar freut sich über das Gezwitscher zahlreicher Vogelarten wie Kohlmeisen, Kleiber, Rotkehlchen, Zaunkönige, Dompfaffen, Amseln, Drosseln und eben Spatzen.

Vor zehn Jahren war der Sperling - auch Spatz genannt - beim Naturschutzbund (Nabu) der Vogel des Jahres. "Der Spatz ist auch heute in Großstädten wie Hamburg stark bedroht, auch wenn er nicht auf der Roten Liste steht", sagt Sven Baumung, Vogelexperte beim Nabu. Sperlinge sind Gebäudebrüter und nutzten früher Nischen, Spalten und Hohlräume von Häusern für ihren Nestbau. Heute finden die Vögel im gut isolierten Wohnungsbau kaum Möglichkeiten. In den Vier- und Marschlanden hat sich der Sperling allerdings wieder erholt. Er findet ausreichend Nistplätze, Insekten als Nahrung und dichte Hecken zum Versammeln.

"Wir sind gespannt, wie das Mehrfamilienhaus angenommen wird", sagt Wolfgang Klein, der seit Anfang des Jahres als erster Vorstandsvorsitzender seine Arbeit bei den "Gartenfreunden Pollhof" aufgenommen hat. Gemeinsam mit seiner Frau Gabriele als Schriftführerin und Peter Schröder als Kassierer, will er viele neue Projekte für das gesellige Miteinander innerhalb der Kolonie anschieben. Ihnen liegt vor allem - wie anderen "Laubenpiepern" auch - das Wohl der heimischen Vogelwelt am Herzen. Die meisten Mitglieder haben den Winter über gefüttert und sich um die Tiere gekümmert. "Mit frisch geputzten Nistkästen freuen wir uns auf die Brutsaison und Jungenaufzucht", sagt Gabriele Klein. "Was gibt es Schöneres als im Schrebergarten zu sitzen und die Vögel dabei zu beobachten."