Verkehr

Halteverbot nicht nur für Schlangen

Kirchwerder. Ihre bunte Strickschlange hat Jutta Weber-Pohl schon lange fertiggestellt. Gut vier Meter lang ist sie geworden.

Doch sie darf sich nicht zur Strickkunst à la "Guerilla knitting" gesellen, die schon seit einiger Zeit einen Holzpfahl am Warwischer Hinterdeich ziert. Denn der Hingucker könnte Autofahrer ablenken, ist daher von offizieller Seite nicht erwünscht.

Die neuen Halteverbotschilder, die vor Kurzem in Höhe Hausnummer 103 gegenüber den Zufahrten zum Overwerder Weg angebracht wurden, haben zu der Verbannung beigetragen. Zwar gelten sie natürlich für die Straße und interessieren Strickschlangen in luftiger Höhe eigentlich nicht. Doch als sie angebracht wurden, fiel die Schlange eben auf und musste weichen. Seither ziert sie eine Gartenbank von Jutta Weber-Pohl. Dort grübelt sie vielleicht wie ihre Erschafferin darüber, warum plötzlich vor dem Haus und den unmittelbar angrenzenden Häusern Halteverbot gilt, wie sonst nirgends auf dem schmalen Deich.

Nach Auskunft der Polizei war schon seit längerem darüber nachgedacht worden, den Bereich entsprechend auszuweisen. Zwei Unfälle in kurzer Zeit, bei denen Lkw jedes Mal einen Gartenzaun ruinierten, brachten nun den aktuellen Auslöser. Nicht nur die Lkw einer am Warwischer Hinterdeich ansässigen großen Firma nutzen die schmalen Einbahnstraßen des Overwerder Weges vom Haupt- zum Hinterdeich, sondern auch andere Unternehmen, die beispielsweise Anwohner beliefern, oder die Feuerwehr. Sie alle haben schon ohne parkende Autos Schwierigkeiten, "die Kurve zu bekommen". Alternativ möglich wäre es, den Hinterdeich nur über seine Einmündungen zum Hauptdeich zu befahren. Das würde allerdings den dortigen Anwohnern einen erhöhten Lkw-Verkehr bescheren.

Doch nicht überall, wo Parkende den Verkehrsfluss beeinträchtigen, wird ein Halteverbot verhängt. Ein Thema, das zum Beispiel am Süderquerweg nach einigen Unfällen Höhe Haus Nummer 248 heiß diskutiert wird. Von vielen Verkehrsteilnehmern wird das Parken auf den Fahrbahnen des Süderquerwegs als behindernd empfunden, besonders, wenn dort abgestellte Lkw die Sicht nehmen. Andere werten die parkenden Pkw als willkommenes Mittel zur Geschwindigkeitsbegrenzung. Laut Polizei ist das Parken dort erlaubt, ein Park- oder Halteverbot unangemessen.