Stadtteil-Serie: Reitbrook

Revier zwischen zwei Elbarmen

Reitbrook (ten). Mit gut 27 000 Menschen stellen die Vier- und Marschlande nur ein knappes Viertel der Bevölkerung im Bezirk Bergedorf, nehmen aber mehr als 80 Prozent der Fläche ein. Somit verfügen die Bewohner über sehr viel Platz.

Dies und weitere Besonderheiten belegen die Zahlen der "Hamburger Stadtteil-Profile 2011", die das Statistikamt Nord bereits im 15. Jahr veröffentlicht. Wir stellen jeden Mittwoch einen der elf Stadtteile vor. Heute: Reitbrook.

Reitbrook, das sind einzigartige 6,9 Quadratkilometer zwischen Gose- und Dove-Elbe. Hier findet sich das Naturschutzgebiet "Die Reit" mit seiner Forschungsstation, hier erstrecken sich unterirdische Erdölfelder, in denen heute Erdgas gespeichert wird. Nicht zu vergessen ist die Reitbrooker Mühle, als ein Ortsbild prägendes Wahrzeichen.

Auffallend dünn besiedelt ist der Stadtteil, in dem die Statistiker 486 Menschen ausmachten, das sind 70 Einwohner pro Quadratkilometer. Zum Vergleich: Im Bezirk kommen 778 Menschen auf einen Quadratkilometer, hamburgweit sind es 2313 Einwohner. Die Zahl derer, die 65 Jahre und älter ist, ist mit 120 fast doppelt so hoch, wie die der unter 18-Jährigen (64). Ausländerinnen und Ausländer machen 1,9 Prozent der Bevölkerung aus (Bezirk: 9,5; Hamburg: 13,6), ausländische Wurzeln haben 7 Prozent der Bevölkerung in Reitbrook (Bezirk: 31,8; Hamburg: 29,6).

Die durchschnittliche Wohnungsgröße in 142 Wohngebäuden geben die Statistiker mit 110,9 Quadratmetern an - ein Spitzenwert, selbst für die räumlich ohnehin großzügigen Vier- und Marschlande, besonders aber im Vergleich zum Bezirk mit 79,5 Quadratmetern und Hamburg mit 72,4 Quadratmetern. Vergleichsweise niedrig waren 2011 die Grundstückspreise mit 120 Euro pro Quadratmeter (Bezirk: 146, Hamburg: 336).

Die Sparte "Infrastruktur" nimmt sich für Reitbrook mager aus: weder Kindergärten noch Grundschulen, keine Ärzte oder Apotheken. Immerhin acht Handwerksbetriebe gibt es, aber bis auf kleine, saisonale Straßengemüsestände kein Geschäft für den täglichen Bedarf. Da ist es kaum verwunderlich, dass in Reitbrook ohne Auto nichts geht: 291 private Pkw zählten die Statistiker 2011. Hochgerechnet auf "1000 der Bevölkerung" sind das 599 Pkw - im Vergleich zum Bezirk mit 377 und Hamburg mit 340 ein herausragender Wert.