Schleusendamm

Feuer zerstört Clubhaus der Ruderer

Allermöhe. Das Knallen zerberstender Scheiben riss in der Nacht zu Sonntag einen Anwohner aus dem Schlaf. Als er aus dem Fenster blickte, sah er Rauch und Feuerschein über der Anlage des Ruder-Clubs Bergedorf am Schleusendamm. Der Mann alarmierte um 2.15 Uhr die Feuerwehr.

Als die Retter aus Bergedorf, Billstedt und Nettelnburg wenig später eintrafen, stand das gut 200 Quadratmeter große Clubheim in Flammen. Die 40 Einsatzkräfte setzten alles daran, ein Übergreifen des Feuers auf die drei Bootshallen zu verhindern. "Uns standen die Tränen in den Augen", sagt die zweite Vorsitzende, Doris Johannesen. "Das tat richtig weh. Da steckt so viel Geld, Eigenleistung und vor allem Herzblut drin." Gemeinsam mit dem ersten Vorsitzenden, Jochen Meißner, war sie bei den Löscharbeiten dabei. "Wir fühlten uns so hilflos und dachten die ganze Zeit: Bitte nicht auch noch die Boote", sagt Doris Johannesen.

Die Feuerwehrleute konnten die drei Hallen und etwa 50 Boote retten. Bis auf Qualm, Ruß und ein paar abgeplatzter Skullsgriffe entstand dort kein weiterer Schaden. Um 3.35 Uhr war das Feuer gelöscht. Von dem Clubhaus blieb nur eine Brandruine. Umkleideräume, Küche, Toiletten, Aufenthaltsraum: Alles wurde zerstört. Erst vor zwei Jahren hatte der Ruder-Club in eine neue Küche und neue Sanitäranlagen investiert - "anlässlich unseres 100-jährigen Bestehens", sagt Doris Johannesen.

Der Club war 1910 als Bergedorfer Ruder-Club gegründet worden. 1972 fusionierte er mit dem Ruder-Club Pfeil zum Ruder-Club Bergedorf. In dem Jahr entstand auch das Clubhaus - überwiegend in Eigenarbeit. Mit 180 Mitgliedern zählt der Ruder-Club zu den kleineren Vereinen, trotzdem kann er beachtliche sportliche Erfolge vorweisen. So wurde Eric Johannesen im vergangenen Jahr mit dem Deutschland-Achter Weltmeister.

Heute sollten die Kinder und Jugendlichen, die ein Drittel der Mitglieder ausmachen, in die Saison starten und die ersten Trainingstunden auf der Dove-Elbe absolvieren. Daraus wird aber erst einmal nichts. Der Ruderbetrieb ist bis auf Weiteres eingestellt. "Wir müssen jetzt sehen, wohin wir ausweichen können", sagt Doris Johannesen. Auch die Dove-Elbe-Rallye im April mit 600 Teilnehmern sei zurzeit infrage gestellt. Am wenigsten Sorgen bereiteten noch die Leistungssportler. "Sie trainieren ohnehin auf der Alster", sagt die zweite Vorsitzende.

Wie schnell der Verein es schafft, ein neues Clubhaus zu errichten, bleibt abzuwarten. "Ein Neubau würde um die 400 000 Euro kosten", sagt Doris Johannesen. Zurzeit ermitteln Brandexperten die Ursache des Feuers. Die Versicherung begutachtete noch am Sonntag den Schaden.