Leserbrief: Windenergieanlagen

"Es geht um die Befürchtungen und Ängste eines ganzen Ortes"

Betr.: "Furcht vor Lärm und Schatten trotz der Grenzwerte", VML-Seite vom 29. 2. 2012

Beim Widerstand der Ochsenwerder Bürger gegen die Erweiterung der Eignungsfläche in Richtung Wohnbebauung und gegen die Planung von sieben blinkenden, 150 Meter hohen Industrieanlagen geht es nicht um die Energiewende, sondern um die Ängste und Befürchtungen eines ganzen Ortes. Den Bürgern aufgrund ihrer Kritik die Bedrohung von Arbeitsplätzen vorzuwerfen, ist ungeheuerlich und ähnlich obskur, als würde man die Vernichtung von Arbeitsplätzen in der Autoindustrie auf eine geplante Einrichtung einer Einbahnstraße beziehen. Man sollte auch erwähnen, dass in Ochsenwerder bereits sechs Windenergieanlagen ohne nennenswerte Gegenwehr seit 1997 betrieben werden.

Es gibt sehr wohl Alternativen zur Planung der BSU: Ein Repowering auf der bestehenden Eignungsfläche mit modernen Anlagen bis 100 m Gesamthöhe würde mehr als die dreifache Nennleistung gegenüber den heutigen Anlagen erzielen. Eine Flächenerweiterung wäre nicht notwendig, die Zielvorgabe des Klimaschutzkonzeptes wäre erfüllt, der Ochsenwerder Nachthimmel würde dunkel und nicht rot blinkend sein.

Von Politik, Verwaltung, Betreibern und Medien werden solche Vorschläge aber komplett ignoriert bzw. lapidar abgetan. Zugegeben - mit einem solchen Kompromiss würde man sowohl finanziell als auch energetisch nicht mehr das maximal Mögliche erreichen. Aber muss unbedingt das maximal Mögliche erreicht werden?

Karl-Heinz Vollstädt, 21037 Hamburg

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