Leserbrief: Bodenverdichtung mit gravierenden Folgen?

"Die vielen negativen Dinge im Umfeld der Biogasanlage bereiten Sorgen"

Betr.: "Nabu zeigt Energiebauern an", Seite Vier- und Marschlande vom 18. 2. 2012

Nicht nur die scheinbar unsachgemäße Lagerung der Maissilage macht mir Sorgen, sondern auch die vielen negativen Dinge im Umfeld des Kraftwerks. Für das Kraftwerk lässt der Betreiber auf ca. 500 ha Mais anbauen. Da Mais einen hohen Düngerbedarf (Stickstoff) hat und im Herbst die Gärreste-Gülle auf die Äcker gebracht werden, muss mit einem hohen Nitratgehalt im Grundwasser gerechnet werden. Durch die schweren Erntemaschinen im Spätherbst kommt es auf den feuchten Böden zu Verdichtungen mit gravierenden Folgen. Pflanzenschutzmittel (Gifte), die im Maisanbau verwendet werden, belasten auch in anderen Bundesländern die Trinkwasserversorgung in kritischen Ausmaßen. Besonders Amphibien leiden unter der späten mechanischen Bearbeitung der Flächen und den giftigen Auswaschungen bei Starkregen in angrenzende Gräben und Laichgewässer. Auch die unmittelbare Nähe des Trinkwasserwerkes Curslack macht mir große Sorgen. Seriöse wissenschaftliche Datenanalysen zeigen an, dass 16 Brutvogelarten in der Agrarlandschaft speziell in Monokulturen (Mais) starke Verluste erleiden, bis hin zum Aussterben. Ein Verzicht auf Fruchtwechsel und mehrgliedrige Fruchtfolgen geht mit zum Teil erheblichen Auswirkungen auf Bodenfruchtbarkeit (Humuserhalt, Erosionsschutz) und Wasserqualität (Eintragsrisiken von Dünger und PSM in Grund- und Oberflächenwasser) einher. Was ist an dem Kraftwerk BIO? Die erzeugte Energie wird für eine Garnelenzucht verwendet. Oder ist sauberes Trinkwasser für alle Bürger in Hamburg wichtig?

Jürgen Pelch, 21029 Hamburg