Stadtteil-Serie

Gemüsegarten Ochsenwerder

Ochsenwerder (ten). Mit gut 27 000 Menschen stellen die Vier- und Marschlande nur ein knappes Viertel der Bevölkerung im Bezirk Bergedorf, nehmen aber mehr als 80 Prozent der Fläche ein. Somit verfügen die Bewohner über sehr viel Platz.

Welche Konsequenzen sich daraus und aus anderen Kriterien ergeben, verdeutlichen die Zahlen der "Hamburger Stadtteil-Profile 2011", die das Statistikamt Nord bereits im 15. Jahr veröffentlicht. Wir stellen jede Woche einen der elf Stadtteile vor. Heute: Ochsenwerder.

Ochsenwerder, das war von jeher die Insel, auf der Ochsen weideten oder das Außenwerder, eben eine Flussinsel im Außenbereich. Heute liegt Ochsenwerder in der feuchten Marsch, direkt an der Elbe im Südosten Hamburgs. Das ländlich geprägte Gebiet gilt noch immer als Gemüsegarten der Großstadt, obwohl die Zahl der Gemüse erzeugenden Betriebe sinkt. Mit seinen 14,1 Quadratkilometer ist es der größte Stadtteil in den Marschlanden, aber noch nicht einmal halb so weitläufig wie Kirchwerder (32,4 Quadratkilometer), der größte Stadtteil in Vierlanden.

Zum Kirchspiel Ochsenwerder gehören auch Spadenland, Tatenberg sowie Moorwerder und Stillhorn. Die denkmalgeschützte St.-Pankratius-Kirche steht leicht erhöht auf einer Elbsanddüne, sie beherbergt unter anderem einen Baxmann-Altar und eine berühmte Arp-Schnitger-Orgel. Über die Grenzen des Dorfes hinaus als beliebter Freizeittreffpunkt bekannt ist auch der Hohendeicher See, dessen 62 Hektar Fläche zum größten Teil in Ochsenwerder liegen.

In Ochsenwerder leben 2303 Menschen, davon 400 unter 18-Jährige und 486 Menschen, die 65 und älter sind. Der Anteil ausländischer Mitbürger liegt bei 4,6 Prozent. Insgesamt haben die Statistiker 1081 Haushalte gezählt. Ein Drittel davon sind Einpersonen-Haushalte (33,8 Prozent). 22,8 Prozent sind Haushalte mit Kindern. Das statistische Mittel geht von 2,2 Personen je Haushalt aus, das ist ähnlich wie im gesamten Bezirk (2,1) und ganz Hamburg (1,8). Pro Quadratkilometer leben 163 Menschen, da bleibt viel Platz für Natur. Zum Vergleich: Im gesamten Bezirk sind es 778, in ganz Hamburg 2313. In Ochsenwerder haben die Menschen viel Platz in ihren Häusern und Wohnungen: 102,1 Quadratmeter ist die durchschnittliche Wohnungsgröße gegenüber 79,5 Quadratmetern im Bezirk. Sehr niedrig ist mit 0,3 Prozent der Anteil der Sozialwohnungen. Die Immobilien- und Grundstückspreise sind vergleichsweise niedrig und liegen bei 120 Euro pro Grundstücksquadratmeter. In Bergedorf legen Interessenten 146 Euro auf den Tisch, hamburgweit sogar 336 Euro.

Den Zahlen nach kann sich die Infrastruktur in Ochsenwerder sehen lassen: zwei Kindergärten, eine Grundschule, 35 Handwerksbetriebe, zwei Ärzte und eine Apotheke kann das Dorf aufbieten. Tatsächlich mangelt es aber besonders an Einkaufsmöglichkeiten. So gibt es keinen Krämer oder gar Supermarkt, aber immerhin "kleine Bastionen" wie einen Bäcker, der an drei Vormittagen in der Woche geöffnet hat.