Natur

Wo trotzt Storch Rolf der sibirischen Kälte?

Curslack (mad). Wo ist Rolf? Deutschlands berühmtester Storch mit internationaler Aufmerksamkeit ist seit über einer Woche nicht mehr in seinem Horst am Achterschlag gesehen worden.

"Leider war auch die Nabu-Webcam ausgefallen und wir konnten nicht überprüfen, ob Rolf im Nest übernachtet hat", sagt Jürgen Pelch vom Naturschutzbund Deutschland. Zuletzt wurde der Curslacker Weißstorch auf einem Misthaufen eines benachbarten Bauernhofes gesichtet. "Anscheinend hat er hier nach Fressbarem gesucht", sagt Ingo Grundmann, auf dessen Grundstück der Horst steht. Die Fische, mit denen er den Storch zuletzt gefüttert hatte, seien zwar zum Teil verschwunden, aber die könnten sich auch Elstern oder Krähen geholt haben.

Durch den lang anhaltenden Frost wird es nicht nur für Störche, sondern auch für Kraniche und Graureiher immer schwieriger, genug Nahrung zu finden. Feldmäuse sind jetzt die erste Wahl. Storchenbetreuer Pelch vermutet, dass Rolf seinen Radius weiter ausgedehnt hat - bis zu 50 Kilometer weit fliegen Störche auf Nahrungssuche.

Vielleicht hat Rolf aber auch Kost und Logis in einem offenen Storchen-Gehege gefunden. "In den vergangenen Jahren sind Wildstörche schon mal in Tierparks wie Eekholt oder Harburger Berge gesichtet worden", sagt Pelch. Ingo Grundmann hofft, dass der Vogel die sibirische Kälte gesund übersteht und bald nach Curslack zurückkommt: "Wir müssen uns auf die Kräfte der Natur verlassen."

Wer Storch Rolf gesehen hat, kann sich bei Jürgen Pelch vom Nabu melden, mobil unter der Nummer 01 75/890 61 73.