Großbrand

Sie halfen im Flammen-Inferno

Bergedorf. Vor so einer gigantischen Feuerwand und Rauchsäule haben die meisten Helfer der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Bezirk Bergedorf noch nie gestanden: Bis zu 50 Meter schossen die Flammen bei dem Großfeuer am Montag in Harburg in die Höhe, gleichzeitig verdunkelte tiefschwarzer Rauch den Himmel über der 3000 Quadratmeter großen, brennenden Lagerhalle.

Dort befanden sich unter anderem Kautschuk und Heizöl. Etwa 100 Helfer der Wehren FF Kirchwerder-Süd, Fünfhausen, Warwisch, Curslack und Bille waren dabei. Sie halfen bis in die Morgenstunden gestern mit etwa 200 weiteren, ein noch größeres Inferno zu verhindern.

Befragt nach ihren Eindrücken lassen sich die Feuerwehrleute nicht eben zu großen Emotionen hinreißen, sprechen von einer "interessanten Erfahrung", einer "hohen Brandintensität", aber auch einem "nicht alltäglichen Einsatz, den man nicht so schnell vergessen wird". Tatsache ist: Sie haben alles gegeben, teilweise zwölf Stunden lang mit angepackt.

Viele von ihnen haben die angrenzenden Gebäude mit Wasser gekühlt und so das Übergreifen der Flammen verhindert, waren für die Wasserversorgung oder Ausleuchtung zuständig, haben die Kommunikation untereinander technisch unterstützt oder Kollegen der Berufswehren an den Schaumwerfern abgelöst.

"Auch Wehren wie Warwisch, Bille, Fünfhausen oder die Versorgungseinheiten, die übers Jahr nicht so viele Einsätze haben, haben sich bestens bewährt und ihre Daseinsberechtigung belegt", sagt Landesbereichsführer-Vertreter Süd, Werner Burmester.

Volker Steffen (41) ist einer der Helfer von der FF Kirchwerder-Süd, der unter Atemschutz im Einsatz war. "Man war ordentlich gefordert", sagt er, "stand knöcheltief im flüssigen Kautschuk. Das klebte wie Kaugummi." Gleichzeitig war es gefährlich rutschig. Erstmals bediente er einen Schaumwerfer, kooperierte mit völlig fremden Wehren, erlebte den gigantischen Wasserwerfer, der 16 000 Liter pro Minute auf das Feuer schleuderte. Meist waren 25 Wehren gleichzeitig im Einsatz.

Gestern Nachmittag halfen Feuerwehrteams aus Boberg und Lohbrügge in Harburg bei einer Sisyphos-Arbeit. Sie mussten Feuerwehrschläuche aus der klebrigen Masse ziehen. Das Material kann, wie einige Kleidung auch, nur noch entsorgt werden.