Entwässerung

Durchstich wird jetzt entschlammt

Neuengamme. Wenn alles so klappt, wie die Ingenieure es berechnet haben, werden Altengamme und Curslack, bei Hochwasser der Elbe und Starkregen bald nicht mehr im Wasser stehen.

Dafür wird jetzt die Entschlammung des Neuengammer Durchstichs in Angriff genommen. Es wird davon ausgegangen, dass das mit 630 000 Euro veranschlagte Projekt zu 50 Prozent mit Mitteln des europäischen Fonds für ländliche Räume (ELER) gefördert wird. Das bestätigte Uwe Wehling, Abteilungsleiter Wasserwirtschaft im Bezirksamt, unserer Zeitung. Die Entschlammung ist dringend notwendig, weil das Gewässer statt 1,20 Meter, an vielen Stellen nur noch ein halber Meter tief ist und damit nicht genügend Wasser abtransportieren kann.

Wer derzeit die Brücke über den Durchstich am Neuengammer Hinterdeich passiert, schaut auf eine große, frisch eingezäunte Baustelle. Ins Auge stechen zwei sehr große Auffangbecken (Polderflächen), an deren hohen Rändern Folien hervorlugen. Nahe dem Ufer stehen drei blaue, siloartige Türme. Schwere Baumaschinen ebnen ein, bewegen den Boden. "In die Polder wird wechselseitig der Schlick eingelassen. Das Wasser, das peu à peu heraussickert, wird aufgefangen, analysiert, aufbereitet und wieder in den Durchstich zurück geleitet", erläutert Wehling das Prinzip.

Dieses Verfahren sei nach der Prüfung von vier Varianten ausgewählt worden, weil es in besonderem Maße den Naturschutz berücksichtige. Denn der Wasserlauf berühre Naturschutzflächen wie die Kirchwerder Wiesen.

"Wir werden den 2,8 Kilometer langen Wasserlauf nur in der Mitte, auf einer Breite von vier Metern, bis auf 1,20 Meter tief mit einem Schwimmbagger ausbaggern. Der Neuengammer Durchstich weist teils nur 50 bis 60 Zentimeter Tiefe auf und kann die Entwässerung nicht mehr leisten", sagt Wehling.

Über die Nutzung des Schwimmbaggers bleibt die für Fische und Vögel wichtige Uferzone völlig unberührt. Die Fische wurden bereits von Biologen vergrämt, die Teichmuscheln sind abgefischt worden. "Die Muscheln werden gehältert und an der selben Stelle wieder ausgesetzt", unterstreicht Wehling.

Das Bauvorhaben soll Ende des Jahres abgeschlossen sein.

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