Tragikomödie "Arschkalt"

Das Landgebiet wird für sieben Tage zur Filmkulisse

Zollenspieker. Rainer Berg (Herbert Knaup) und Tobias Moerer (Johannes Allmayer) verlassen das Friseurgeschäft und gehen zu ihrem Kleintransporter.

In dem Fahrzeug wartet Lieke van der Stock (Elke Winkens), ihre Chefin, auf die Männer. Kurz zuvor hatte Moerer seine Schwester Steffi (Mira Partecke) besucht, die vor ihrem Bruder in Tränen ausgebrochen war. Denn der hat Schulden, und sie fürchtet, dass sie deshalb ihren Friseursalon verlieren könnte.

Die Szenen vor und in dem Geschäft am Zollenspieker Hauptdeich 134, das in Wirklichkeit Inge Holst gehört, wurden gestern etliche Male vor laufender Kamera wiederholt. Knaup, Allmayer und Winkens sind die Hauptdarsteller des Kinofilms "Arschkalt", der in den kommenden sieben Tagen auch in den Vier- und Marschlanden gedreht wird und im Spätsommer 2011 ins Kino kommt.

Neben den Szenen in und vor dem Salon "De Hoorsnieder" drehen Regisseur André Erkau ("Selbstgespräche") und sein etwa 60 Mitarbeiter starkes Team in Curslack, Ochsenwerder, Alt-Nettelnburg und Hoopte. "Dort filmen wir, wie die Hauptdarsteller in ihrem Transporter unterwegs sind und Tiefkühlkost an diverse Kunden ausliefern", sagt Aufnahmeleiter Sören Bode. Bode: "Im Film wird nicht klar, wo die Geschichte genau spielt, nur, dass es auf dem Lande ist. Die Vier- und Marschlande mit Wasser und Deichen bieten hierfür das ideale Ambiente."

Das Filmteam ist nicht zu übersehen. Neben dem enormen technischen Equipment wie Scheinwerfern und Reflektoren gehören zum Fahrzeugpark auch ein Garderoben- und ein Maskemobil sowie eigene Stromaggregate, ein Catering-Service und ein großer Bus, der als Kantine und Pausenraum dient.

Im Sommer waren sogenannte Locationscouts im Landgebiet unterwegs, um die richtigen Drehorte zu finden. Sie fotografierten unter anderem etwa 60 Hauseingänge für die Szenen, in denen rund zehnKunden Tiefkühlware von den Hauptakteuren entgegennehmen. "Der Aufwand ist enorm. Für die Szenen in unserem Salon wird ein ganzer Tag benötigt. Im Film dauern sie nur viereinhalb Minuten", sagt Inge Holst. Gemeinsam mit ihrer Tochter Ann-Cathrin und den beiden Mitarbeiterinnen will sie den Film unbedingt sehen. "Wir sind gespannt, wie sich unser Salon auf der Leinwand macht."

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