Luftanalyse

Einzige Messstation im Bezirk

Tatenberg (kb). Kopfschmerz, brennende Augen und gereizte Schleimhäute können die Folgen sein, wenn die Ozon-Grenzwerte von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten werden.

Bei Werten von mehr als 360 Mikrogramm/m³ wird die Lungenfunktion bereits erheblich eingeschränkt. In Tatenberg wurden diese Grenzwerte am 9. und 10. Juli mit 185 und 209 Mikrogramm/m³ als Tageshöchstwerte überschritten. Die Bürger wurden vor anstrengenden Tätigkeiten im Freien gewarnt.

Um diesen Service zu ermöglichen, betreibt das Institut für Hygiene und Umwelt ein Messnetz, das stationär in Containern und versetzbar in Straßenstationen die Luft-Bestandteile registriert. Die Station, die nahe der Regatta-Strecke am Tatenberger Deich steht und derzeit die einzige im Bezirk Bergedorf ist, misst die Ozonwerte sowie die von Stickstoffmonoxid (NO) und -dioxid (NO2).

Dr. Dagmar Gömer, Referatsleiterin des Luftmessnetzes, erläutert unserer Zeitung ihr Vorgehen. "Hier wird in 3,5 Metern Höhe kontinuierlich Luft angesogen. In den Messinstrumenten im Container werden die Anteile an den beiden Stickoxiden und an Ozon (O3) festgestellt und im Fünf-Sekunden-Rhythmus gespeichert", sagt Gömer. Die Daten würden stündlich ans Institut gesendet, bei erhöhten Werten auch halbstündlich.

Das giftige Ozon entsteht, wenn das vermehrt in Autoabgasen zu findende Stickstoffdioxid (NO2) unter intensiver Sonneneinstrahlung in Stickstoffmonoxid (NO) und Sauerstoff (O) gespalten wird. Letzterer reagiert mit dem Sauerstoff der Luft (O2) zu Ozon (O3). Bei erhöhten NO-Werten steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Ozon bildet.

Kinder sollten an Tagen mit Ozon-Belastung vormittags draußen sein, so die Expertin. "Ab 14 Uhr, bei höchstem Sonnenstand, beginnen die Werte zu steigen bis etwa 19 Uhr." Hamburg sei gegenüber anderen Großstädten durch steten Wind und Regen im Vorteil. Vorläuferstoffe für die Ozonbildung würden normal schnell verdünnt, sagt Gömer.

Dass es im Bezirk Bergedorf nur die eine Station gibt, begründet sie damit, dass weder eine bis 1995 betriebene Straßenstation an der Vierlandenstraße, noch eine zweite an der Leuschnerstraße (2000-2006) im Vergleich zu anderen innerstädtischen Stationen auffällig hohe Werte aufgezeichnet hätten.

Das genügt den Fraktionen der Bezirksversammlung nicht. Sie kämpften für weitere Messstationen, auch weil mit der Eröffnung des neuen ZOB im September zunehmender Verkehr im Zentrum erwartet wird. Zur Eröffnung sollen nun an drei bis fünf Orten an stark befahrenen Straßen so genannte Diffusionssammler für Stickstoffdioxid installiert werden.

Das auf der Erde unerwünschte Ozon hat übrigens in 15 bis 50 Kilometern Höhe die lebenswichtige Funktion, UV-B-Strahlen der Sonne abzuschirmen.

Ozon-Messwerte sind im Netz über www.Hamburger-luft.de , auf N 3 im Videotext Tafel 678 und unter Telefon (040) 428 45 24 24 abrufbar.