Apfelbaum des Jahres

Die Geschichte vom Urahnen des knackigen "Juwels aus Kirchwerder"

Kirchwerder (ve). "Juwel aus Kirchwerder" heißt der Apfelbaum des Jahres 2010, den kürzlich das Vierländer Trachtenpaar Petra und Hermann Timmann im Landgarten des Freilichtmuseums am Kiekeberg pflanzte.

In Kirchwerder ist dieser wohlschmeckende, saftige Frühapfel besser als "Peter Martens" bekannt. Apfelfreunde nennen die seit etwa 1900 populäre Sorte auch "Martens Sämling" und "Martens Gravensteiner".

"Mein Urgroßvater hat damals aus einem Gravensteiner Apfelkern einen Sämling gezogen", weiß Peter Martens (65), der auf dem Krauel lebt. "Immer mehr Leute aus der Umgebung wollten Reiser bekommen, um sie auf ihre Bäume aufzupfropfen." Martens Vorfahre besaß "Op'n Sann" damals ein Schiff, betrieb Gartenbau. Dessen Sohn, ebenfalls Peter Martens, heiratete zum Ostkrauel. "Daher hielten offenbar viele Vierländer ihn für den Züchter und Namensgeber des Baums des Jahres 2010", meint Peter Martens junior. "Tatsächlich aber stand der 'Urahne' dieser Sorte bis nach dem Zweiten Weltkrieg am Kirchwerder Elbdeich."

Die Apfelsorte hat eine große, kegelförmige und leicht abgeplattete Form. Ihre Schale ist glatt, dunkelkarminrot marmoriert, das Fruchtfleisch schmeckt frisch vom Baum saftig und knackig.

In diesem Jahr wird keine so reichhaltige Ernte erwartet wie in 2009. Ulrich Kubina, Projektleiter der Norddeutschen Apfeltage: "Es wechseln sich ertragreiche und weniger ertragreiche Jahre ab. Und mir haben unabhängig voneinander Besitzer eines solchen Baums von einer guten Ernte im Jahr 2009 berichtet."

Die Apfelsorte des Jahres wird für die Norddeutschen Apfeltage proklamiert, die am 18./19. September in Ammersbek/Hoisbüttel sind. Die Schirmherrschaft hat Loki Schmidt übernommen, der das Bewahren der alten Apfelsorten sehr am Herzen liegt.