Auenlandschaft

Norderelbe steht jetzt unter Schutz

Spadenland. Seit gestern hat Hamburg ein weiteres Naturschutzgebiet - das mittlerweile 31., das der Senat auswies. Die "Auenlandschaft Norderelbe" reiht sich ein in die bislang elf Naturschutzgebiete, die die Besonderheit und Vielseitigkeit der Hamburger Elbe bewahren.

"Diese Landschaft zu schützen und zu entwickeln, war und ist weiter unser Ziel", sagte Anja Hajduk, Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt.

Die "Auenlandschaft Norderelbe" erstreckt sich von der Brücke der A 1 im Norden bis zur Bunthäuser Spitze im Süden. Mit einer Fläche von 222 Hektar zählt sie zu den größeren Naturschutzgebieten in Hamburg. Zum Vergleich: Das größte - die Kirchwerder Wiesen - umfasst 860 Hektar. Das Vorland der Bunthäuser Spitze gehört genauso zum neuen Schutzgebiet wie die Wasserfläche der Norderelbe, die Filterbecken auf der Billwerder Insel, die Spadenländer Spitze und Kreetsand als Pilotprojekt der Hamburg Port Authority (HPA) zur Senkung des Tidenhubes.

Das neue Naturschutzgebiet schafft die notwendige Planungs- und Rechtssicherheit für die Realisierung des HPA-Projektes. Bereits 2001 wurde der Deich vor Kreetsand/Spadenländer Busch zurückgesetzt. Das 47 Hektar große, ehemalige Spülfeld und Vorland soll zu einem tidebeeinflussten Flachwassergebiet umgestaltet werden. Hinter diesem Vorhaben stecken aber nicht nur naturschutzfachliche, sondern auch handfeste wirtschaftliche Gründe: Mit dem zusätzlichen Raum, der dem Fluss zur Verfügung gestellt wird, sollen die Sedimentablagerungen der Elbe positiv beeinflusst werden. HPA-Geschäftsführer Jens Meier: "Kreetsand ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich Ökonomie und Ökologie nicht ausschließen." Start der Umgestaltung soll in diesem Jahr sein. Die Kosten betragen 36 Millionen Euro.

Durch die Kraft der Gezeiten und den Tidenhub von bis zu 3,50 Meter unterliegt das Vorland einem ständigen Wandel. Bedingungen, die dem Schierlings-Wasserfenchel offenbar sehr entgegenkommen. Denn diese besonders geschützte Art kommt weltweit nur im Hamburger Tidebereich der Elbe vor und hat sich dort mit circa 2000 Pflanzen etabliert. Betreuen werden das neue Naturschutzgebiet die Gesellschaft für ökologische Planung (GöP) und der Angelsport-Verband Hamburg. Die GöP eröffnete 2006 bereits das Elbe-Tideauenzentrum an der Bunthäuser Spitze.

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