Ratzeburg

Konzept gegen Einbrüche zeigt Wirkung

Aufklärungsquote bleibt erschreckend niedrig

"Unaufgeregte Zahlen" wollten sie präsentieren. Doch dies wollen Holger Meincke, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Ratzeburg, und Kripochef Hans-Jürgen Köhnke bei der Präsentation der Kriminalstatistik 2014 nicht falsch verstanden wissen: "Fortschritte haben wir erreicht, aber wir werden nicht nachlassen", sagt Meincke

Dazu besteht auch kein Grund, denn: Die Anzahl der Straftaten im Bereich der Polizeidirektion Ratzeburg ist leicht angestiegen (2013: 24 041; 2014: 24 193) und entspricht somit dem Landestrend. Immerhin kann aber über zehn Jahre ein Rückgang von 21,8 Prozent an Straftaten in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg konstatiert werden. Rückläufig ist aber auch die Aufklärungsquote (2013: 47,2 Prozent; 2014: 46,4 Prozent), während in Schleswig-Holstein die höchste Quote seit zehn Jahren (51,2 Prozent) erreicht wurde. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr im Kreisvergleich im Herzogtum Lauenburg 13 419 Straftaten verübt (2013: 13 494), in Stormarn stieg die Zahl von 10 547 auf 10 774.

Ein Stormarner Problem scheint die Polizei langsam einzudämmen: Einbrüche. Für diesen Bereich fiel die Zahl der Delikte von 1018 auf 873. Meincke und Co. sehen damit ihre Entscheidung aus dem vergangenen Jahr bestätigt, eine Präsenz- und Ermittlungsgruppe (PEG) aufzustellen. "Ich glaube, dass unser Konzept in der Summe dazu beigetragen hat, dass wir im Kreis Stormarn einen deutlicheren Rückgang bei Einbrüchen als im allgemeinen Landestrend vorweisen können." Die Zahl der Einbrüche ging in einem der reichsten Kreise um satte 14 Prozent zurück. In Schleswig-Holstein war der Rückgang minimal - 0,1 Prozent.

Bis zum 31. März - bis dahin war die Arbeit der Präsenzgruppe vorgesehen - sollen deren bisherige Erfolge analysiert werden. So viel ist sicher: Im Sommer wird die Gruppe personell zurückgefahren. Von Herbst an soll sie dann wieder in voller Mannschaftsstärke ermitteln. "Die PEG wird auch der Einbruchslage angepasst", sagt Meincke. Am Grundkonzept der Sonderkommission, die mit 13 Beamten aus Reinbek heraus agiert, solle sich nichts ändern.

Stormarner Sorgenkind bleibt die Aufklärungsquote. Sie stieg von gerade 6,1 auf 7,4 Prozent. Wobei viele Fälle noch von der PEG bearbeitet werden, erst in der nächsten Statistik auftauchen. Kripochef Köhnke verweist auf Probleme: Die Quote "könne ein Indiz für hochprofessionelle Täter sein, die die günstige Infrastruktur Stormarns mit der Nähe zur Autobahn nutzen". Sie entkommen nach den Taten rasch und unerkannt.