Bergedorf

Neues Lichtwarkhaus mit Bücherei und Café

Quartierszentrum: Baubeginn 2016 - Weniger Platz für die Awo

Die Vorstellungen für ein neues Lichtwarkhaus unmittelbar an der B 5-Brücke über den Schleusengraben nehmen erste Gestalt an. Der als "Community Center" (zu deutsch etwa: Quartierszentrum) vorgesehene Treffpunkt soll nach Worten von Statteilentwicklerin Dr. Ingrid Stöckl vom Bezirksamt möglichst schon im Jahr 2016 gebaut und Anfang 2017 eröffnet werden. Zwar gibt es für die Errichtung des vier- bis sechsstöckigen Hauses noch keinen Investor, der Bezirk rechnet aber mit 2,4 Millionen Euro Investitionsmitteln aus dem Hamburger Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE). Ein Nutzungs- und Finanzierungskonzept legte Stöckl dem Stadtentwicklungsausschuss in dieser Woche vor.

Danach sind als feste Mieter im "Quartierszentrum Neues Lichtwarkhaus" (NLWH) die Bergedorfer Bücherhalle auf 750 Quadratmetern Fläche und ein 240 Quadratmeter großer Gastronomiebetrieb vorgesehen. Die Öffentliche Bücherhalle hat offenbar dringenden Bedarf: Dem Vernehmen nach sollen ihre jetzigen Räume am Kupferhof durch den Vermieter bereits zum Ende dieses Jahres gekündigt sein. Nach Auskunft von Bezirksamtsleiter Arne Dornquast ist bis zur Fertigstellung des Neuen Lichtwarkhauses für die Bücherhalle eine Zwischenlösung geplant.

Fest eingeplant sind neben zwei Büros für die fachliche Leitung des Hauses und einen Hausmeister auch ein Gruppenraum, ein Büro und eine Teeküche mit zusammen 50 Quadratmetern für die Awo. Im jetzigen Lichtwarkhaus hat sie mehr Platz exklusiv für den Betrieb des Seniorentreffs. "Der Awo stehen aber weitere Räume kostenlos zur Verfügung, die zu anderen Zeiten von anderen Einrichtungen genutzt werden", erklärt Planerin Stöckl.

Dazu gehören ein etwa 500 Quadratmeter großer Saal mit vier bis fünf Meter Deckenhöhe und ein 250 Quadratmeter großer Bewegungsraum, der viermal in der Woche abends sowie am Sonnabend auch vom Verein Taek Won Do für 1000 Euro Gebühr im Monat genutzt wird. Außerdem soll es vier multifunktionale Seminarräume und einen Computerraum für verschiedene Nutzer wie Awo, Volkshochschule oder freie Gruppen geben. "Wie wir mit der verkleinerten Eigenfläche zurechtkommen, muss sich zeigen", erklärt Wolfram Bundesmann auf Anfrage. Der Leiter der Awo-Altentagesstätte im Lichtwarkhaus gibt zu bedenken, dass die Awo eine ehrenamtlich tätige Institution "mit allerlei Eigendynamik" ist.

Ernst Heilmann (Die Linke) mahnte an, dass das jetzige Jugendzentrum im neuen Lichtwarkhaus nicht vorgesehen ist, daher ein neuer Standort gesucht werden müsse. Bezirksamtsleiter Dornquast nahm den Auftrag mit auf den Weg: "Das ist eine gute Einstiegsaufgabe für unsere neue Sozialdezernentin Sabine Steffen."

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