Lüneburg

Polizei sucht bis heute den "Göhrde-Mörder"

Vor 25 Jahren: Lohbrügger waren erste Opfer - Autor auf Spurensuche

Die drei Spaziergänger, die an jenem 12. Juli 1989 durch das Waldgebiet der Göhrde im Landkreis Lüchow-Dannenberg streiften, ahnten nichts Böses. Die Blicke auf den Boden gerichtet, suchten sie an diesem Mittwoch in dem weitläufigen Staatsforst nach Blaubeeren. Doch in einer Senke mitten im Wald machten die Beerensammler eine schreckliche Entdeckung: Zwei Leichen, schon stark skelettiert, lagen dort unter Ästen und Zweigen versteckt.

Die Tat von damals ist bis heute eines der rätselhaftesten und grausamsten Verbrechen der vergangenen Jahrzehnte: Denn die Toten, das Lohbrügger Ehepaar Ursula (45) und Peter Reinold (52), waren nur die ersten Opfer des sogenannten "Göhrde Mörders". Wenig später wurde ein zweites Paar in dem Wald ermordet. Bis heute sind diese Taten nicht aufgeklärt. Jetzt rückt das Verbrechen von einst wieder in den Fokus der Öffentlichkeit: Genau 25 Jahre ist es her, dass die Reinolds in der Göhrde dem Mörder zum Opfer fielen. Bis heute hat die Polizei die Ermittlungsakten nicht geschlossen, kümmert sich immer noch "ein Ermittler federführend darum", so die zuständige Polizeiinspektion.

Was trieb den Täter an? Warum beendete er danach augenscheinlich das Töten? Fragen wie diese werden jetzt, zum 25. Jahrestag, in Internetforen wie "Allmystery" heiß diskutiert. Mit Jens Fuhrmann hat sich ein Lüneburger auch privat auf Spurensuche begeben: Der 47-Jährige will sogar ein Buch über die Morde schreiben, damit vielleicht "etwas anschieben, das der Polizei helfen könnte".

Der 21. Mai 1989 hatte für die Lohbrügger Familie Reinold ohne böse Vorzeichen begonnen: Ein wunderschöner, 19 Grad warmer Frühlingstag war angebrochen; Ursula und Peter Reinold - Eltern zweier Töchter (damals 16 und 22) - wollten das Wetter für ein Picknick in der Göhrde nutzen. Sie verabschiedeten sich morgens von der noch schlaftrunkenen jüngeren Tochter und brachen auf. In einem Gasthaus sollen sie noch gesehen worden sein. Dann parkten sie ihr Auto, und gingen in den Wald. Was dann geschah, ist bis heute unklar: Ursula und Peter Reinold kehrten nicht zurück. Ihre Kinder meldeten sie vermisst, doch von dem Paar fehlte wochenlang jede Spur. Ihr Auto wurde später vor einer Bäckerei nahe des Winsener Bahnhofs aufgefunden. Der Täter muss es Tage benutzt und dann dort abgestellt haben.

Als dann am 12. Juli die Beerensammler die Leiche der Reinolds fanden, sollte sich ein schrecklicher Zufall ereignen. An genau demselben Tag - vermutlich kurz vor Eintreffen der Polizei, die den Fundort der Reinolds untersuchen wollte - fanden nur etwa 750 Meter entfernt Ingrid Warmbier (46) und Bernd-Michael Köpping (43) den Tod.