Bergedorf

Kleinod mausert sich zum Besuchermagneten

Sternwarte Mehr als 300 Führungen pro Jahr - Café-Betrieb floriert

Im dritten Jahr seit seinem Start ist das Besucherzentrum der Sternwarte zum Erfolgsprojekt geworden: Leiterin Andrea Klerman, gleichzeitig Betreiberin des integrierten "Café Raum & Zeit", verzeichnete 2013 einen rasanten Anstieg der Nachfrage: Die Zahl privater Feiern wuchs um fast 60 Prozent auf 137, die Vorträge des Fördervereins über Astronomie haben jetzt durchschnittlich 50 Gäste, teils werden sogar 100 erreicht. Und Führungen über das Sternwartengelände gibt es mittlerweile über 300 pro Jahr.

"Ich bleibe gern länger, als es mein Fünf-Jahres-Vertrag bisher vorsieht", sagt die 45-Jährige, die dafür im Laufe dieses Jahres ihr zweites geschäftliches Standbein, die Event-Gastronomie im Planetarium, zurückfahren will. "Auch zu unseren normalen Öffnungszeiten am Wochenende von 10 bis 18 Uhr kommen zahlreiche Stammgäste. Unsere Plätze beim Brunch sind heute schon bis Ende Februar ausgebucht. Die Bergedorfer nutzen uns hier draußen für Ausflüge, als ob sie an die Nordsee oder nach Timmendorfer Strand fahren", sagt Andrea Klerman.

Ihr Team besteht aktuell schon aus zwei fest angestellten 30-Stunden-Kräften und acht 450-Euro-Jobbern - und es soll wachsen: "Ich suche einen Koch und eine Service-Leiterin", sagt die Geschäftsführerin, die jetzt auch das Miteinander ihres Wirtschaftsbetriebs mit der Forscherwelt auf der Sternwarte lobt: "Es hat sich vieles zurechtgeruckelt. Eigentlich ziehen mittlerweile alle an einem Strang."

Das belegt auch das gemeinsame Kümmern um die großen Sorgenkinder der Besucherzentrums-Chefin: Sowohl die Ausschilderung an den beiden Toren als auch die Beleuchtung der bisher überwiegend stockdunklen Wege im Park der Sternwarte soll noch in diesem Jahr Wirklichkeit werden - hofft jedenfalls Sternwarten-Sprecher Dr. Dieter Engels: "Die Entwürfe sind fertig, wir verhandeln gerade mit der Universität als Grundeigentümer über die Umsetzung. Ich hoffe, dass wir beides spätestens zum Tag der offenen Tür am 20. September haben."

So viel Vertrauen hat Andrea Klerman denn aber doch noch nicht. Sie hat lieber große Banner bestellt, die bis zum Aufbau der Beschilderung am Sternwarten-Zaun hängen sollen. "Die Genehmigung dafür liegt vor. Das ist auch schon großartig."