Neue Wohnformen

Moosberg: Freundeskreis will Quartier für alle Generationen

Lohbrügge. Noch ist das letzte Wort über die Freifläche neben dem Pflegezentrum Moosberg nicht gefallen. Der Stadtplanungsausschuss hat angesichts teils unverständlicher und unvollständiger Unterlagen eine "Richtungsentscheidung" vertagt.

Die Politik verlangt vom Bezirksamt nicht nur die Vorlage des Konzepts für ein "Familienquartier Moosberg", Bergedorfs Hauptausschuss hat zudem eine Bürgeranhörung im November beschlossen. Und fordert, dass ein Vertreter von Pflegen & Wohnen (P&W) eingeladen wird, um das Konzept zu erläutern.

Die Mitglieder des Freundeskreises Moosberg haben den verbalen Schlagabtausch zwischen einer Bürgerinitiative (BI) und der politischen Mehrheit in der Bezirksversammlung mit Unbehagen verfolgt. "Wer für den Ausbau von Moosberg und betreutes Wohnen plädiert, kann nicht gegen sozialen Wohnungsbau Front machen - das eine funktioniert nicht ohne das andere", mahnt Lisa Marks, seit Jahrzehnten Herz des Vereins.

Die BI argumentiere in die falsche Richtung, kritisiert auch Elke Thomas. "Es geht doch nicht um ein Ja oder Nein zu Sozialwohnungen, sondern darum, dass dieser Standort mit Anbindung an das bestehende Pflegezentrum hervorragend geeignet ist, um wegweisende Schritte für ein Älterwerden in Würde zu tun", sagt die frühere CDU-Bürgerschaftsabgeordnete.

Die Schnittstelle zwischen Lohbrügge-Nord und Bergedorf-West sei optimal, meint auch Peter Aue, beide Viertel zählen zu denen mit der ältesten Bevölkerung. Wie seine Parteifreundin sieht er das Bezirksamt in der Mitverantwortung: "Die Verwaltung spielt nicht mit offenen Karten und nährt damit Misstrauen der Bürger."

Tatsächlich sieht das Konzept von P & W je zur Hälfte geförderten und frei finanzierten Wohnungsbau vor. Im Familienquartier Moosberg mit bis zu 50 Wohnungen sollen berufstätige Singles und Studenten, kinderlose Paare und Senioren ebenso ihren Platz finden wie Elternpaare oder Alleinerziehende mit Kindern. Die im P&W-Konzept enthaltene Kita hat wenig Realisierungschancen, mangelt es dort doch schon heute, vor flächendeckender Einführung der Ganztagsschule, an Nachfrage.

Lisa Marks erscheint dies eher als Chance denn als Problem. "Vielleicht finden neben altengerechten Wohnungen und betreutem Wohnen noch neue Formen des Zusammenlebens von Jung und Alt Platz, etwa in Wohnhöfen oder Wohngemeinschaften." S. 17