Seniorenheim

Fahrplan für Verkauf des Katzbergheims steht

Geesthacht. Über Jahre wurde nur diskutiert, nötige Sanierungen wurden aufgeschoben - jetzt drückt Geesthacht aufs Tempo: Spätestens im März soll das in die Jahre gekommene städtische Seniorenheim am Katzberg europaweit finanzkräftigen Investoren angeboten werden.

Im Herbst 2013 könnte der Verkauf an einen neuen Träger bereits unter Dach und Fach sein. So sieht es jedenfalls ein Zeitplan vor, den Stadträtin Maren Marquardt jetzt präsentierte. "Die Stadt setzt damit einen Beschluss der Ratsversammlung um", sagt Stadtsprecher Torben Heuer. Demnach soll das defizitäre und sanierungsbedürftige Katzbergheim über ein Interessenbekundungsverfahren an einen neuen Träger übergehen - der das bestehende Personal übernimmt und einen Neubau errichtet.

In Reihen der SPD sorgt das plötzliche Tempo für erhebliche Kritik: Da die Ausschreibung direkt vor der Kommunalwahl im Mai erfolgen soll, prophezeit SPD-Fraktionschef Sam Bauer einen Wahlkampf, der mit harten Bandagen geführt wird. "So eine Terminplanung gehört sich von der Verwaltung einfach nicht. Das ist unsensibel", sagt Bauer. Die CDU begrüßt den straffen Zeitplan der Verwaltung hingegen: "Alle Fraktionen haben übereinstimmend gesagt, dass es beim Seniorenheim fünf vor zwölf ist. Da muss es endlich losgehen", so Fraktionschef Karsten Steffen.

Bauer kündigte gestern an, die Ausschreibung sofort wieder zu stoppen, wenn seine Partei nach der Wahl neue Mehrheiten hinter sich verbuchen kann. Er geht davon aus, dass sich aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen ohnehin kein ernsthafter Interessent für das Seniorenheim auf dem Markt finden wird. "Das Verfahren kostet die Stadt 50 000 bis 100 000 Euro - und am Ende haben wir ein Jahr verloren", betont Bauer. Seine Fraktion will ebenfalls einen Neubau - kreditfinanziert und weiter unter städtischer Regie. Seite 17