Polizei

Parkchaos am Bergedorfer Bahnhof

Bergedorf. Bitten, Info-Zettel und gelegentliche Ermahnungen von Polizei und Bezirklichem Ordnungsdienst haben nicht geholfen: Von heute an wollen Ordnungshüter verstärkt gegen verkehrsgefährdend abgestellte Fahrräder am Bahnhof vorgehen.

Wenn alles nichts hilft, sollen sie abtransportiert werden. "So massiv wie vorm Bahnhof haben wir dieses Problem noch nirgendwo erlebt", sagt Hans-Jürgen Gäth, Chef der Bergedorfer Verkehrspolizei.

Schilderpfähle, Laternenmasten und Rankgitter sind mit Rädern garniert. "Das Abstellen von Fahrrädern ist verboten", ist auf einem kleinen, aber zentral angebrachten Schild an der Rampe vorm Lohbrügger Bahnhofszugang zu lesen. Dennoch sind auch an diesem Geländer Fahrräder angeschlossen, verengen die für Elektro-Rollstühle schon schmale Fuhrt. Auf der Bergedorfer Seite, vor McDonald's, sind die Handläufe der Treppe nicht zu sehen, von beiden Seiten zugestellt.

Keine 20 Meter entfernt ist Bergedorfs Fahrradparkhaus, die "Radstation" mit 500 Plätzen: Mit knapp 170 Rädern am Tag ist sie nur zu einem Drittel besetzt. "Ein Euro für einen Tag ist vielen zu teuer. Das ist aber kein Freifahrtschein, sein Rad überall hinzustellen", mahnt Gäth. Wer sein Rad so abstellte dass er andere gefährde, etwa an Treppen die Nutzung von Handläufen verhindere, oder gar die Rollstuhlrampe zustelle, müsse mit Folgen rechnen.

"Das ist ähnlich wie Falschparken zu bewerten", die Ahndung gestaltet sich jedoch schwierig. Auf einen gelben Hinweiszettel folgt ein roter mit der Aufforderung, das Rad zu entfernen. Häufig kommen die Besitzer einer solchen Drohung zuvor. "Werden Räder entfernt, lagert das Bezirksamt sie ein", sagt der Hauptkommissar. Weder der Bezirk und schon gar nicht die unter Platznot ächzende Polizei haben aber den Platz, viele Dutzend, wenn nicht Hunderte Fahrräder zu verwahren.

Matthias Zaum, CDU-Verkehrspolitiker aus Lohbrügge, setzt auf kurzfristige Abhilfe: "Wenn alles Reden nicht hilft - warum lassen wir keine Bleche in die Treppengeländer schweißen? Dann kann niemand sein Fahrrad anschließen." In der Radstation setzt man auf Argumente: Mit Flyern, die viele Radler gestern auf ihren Gepäckträgern fanden, weist die Radstation auf ihren Service hin - von Vermietung, über Reparatur bis zu Stellplätzen. Andreas Pehlgrim: "Wer einen Jahresvertrag abschließt, zahlt 22 Cent je Tag, kann sein Rad 24 Stunden, 365 Tage im Jahr abstellen, sicher und trocken."