Odyssee

Leon möchte lernen, aber er darf es nicht

Schulendorf. Dieser Fall macht fassungslos: In Deutschland gilt die Schulpflicht, aber es gibt keinen Platz für Leon (9) aus Schulendorf.

"Bitte helfen Sie uns. Mein Sohn möchte endlich zur Schule!" Mit dieser Bitte wandte sich Nadine Vitz aus Schulendorf jetzt an unsere Redaktion. Das neue Schuljahr läuft schon fünf Wochen und bald sind wieder Herbstferien. Während die anderen lernen, muss Leon (9) zu Hause bleiben.

Stattdessen erleben er und seine Mutter seit Monaten eine nervenaufreibende Odyssee, um eine geeignete Schule für den Jungen, der von Geburt an behindert ist, zu finden. Jetzt gibt es zwar eine Schule in Hamburg für Leon, aber erst gestern zeichnete sich eine Lösung ab. Angeblich soll Leon ab heute mit dem Fahrdienst des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) von Schulendorf zum Tegelweg nach Hamburg kommen. Wir werden prüfen, ob diese Zusage vom Kreis auch eingehalten wird.

Zum Fall: Leon leidet seit seiner Geburt unter anderem an dem Klinefeltersyndrom - einem Gendefekt, der sich auf die Leistungsfähigkeit und die körperliche Entwicklung auswirkt - und an Epilepsie. Er braucht eine besondere Förderung beim Lernen, bei der Sprache und bei seiner motorischen Entwicklung. Er besuchte seit seiner Einschulung im Jahr 2008 die Außenstelle des Landesförderzentrums Sprache Wentorf in der Schwarzenbeker Compeschule. 2011 stand fest, dass die Außenstelle geschlossen werden muss. Leons Klasse wurde nach und nach aufgelöst und die Kinder auf andere Schulen verteilt. "Nur Leon nicht. Er blieb übrig.

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