Stadtverkehr

Geesthacht krempelt City um - Neues Pflaster, neue Probleme?

Geesthacht. Die Stadt will sich an einen weiteren Bauabschnitt zur Umgestaltung des Stadtzentrums wagen - trotz aller Probleme, die es in der Vergangenheit in der City gab, wie etwa vor dem Rathaus, an der Elbstraße, dem südlichen Teil der Bergedorfer Straße und der Neugestaltung der Plätze vor dem Kleinen Theater und dem Krügerschen Haus.

Bisher ist die Verkehrssituation in der Stadtmitte durch eine veraltete Straßenführung geprägt. Die Einmündung der Fußgängerzone vor dem Neubau des "Schiller-Centers" stammt aus der Zeit, als noch Autos durch die Einkaufsstraße fuhren. "Der Gestaltungsentwurf beinhaltet, dass momentan noch deutlich aufgeteilte Flächen von Fahrbahn und Gehwegen einheitlich gestaltet werden. Dadurch entsteht ein Platzcharakter", so Andreas Schröder, der Leiter der Tiefbauabteilung der Stadt.

Der Entwurf stammt vom Planungsbüro Elbberg aus Hamburg. Das Büro zeichnet auch für die strittige Planung im südlichen Abschnitt der Bergedorfer Straße verantwortlich. Schröder: "Ziel ist es, die Querung für Fußgänger zu erleichtern. Fußgänger sollen ohne große Scheu von einer Straßenseite zur anderen Seite wechseln können."

Um das Tempo der Autofahrer - bisher gilt in dem Straßenstück Tempo 30 - weiter zu drosseln, soll die Bushaltestelle vor dem "Schiller-Center" aufgelöst werden. Die Busse müssen künftig auf der Fahrbahn halten und sollen so den Verkehr ausbremsen. Rampen in der Fahrbahn, für die die Stadt am Marksweg und am Heuweg schon gerichtliche Niederlagen einstecken musste, sollen die Autofahrer auf den künftigen "verkehrsberuhigten Geschäftsbereich" aufmerksam machen. Durch eine geplante Möblierung mit Bänken, Papierkörben und Laternen sollen die Gehwege und damit die Passanten deutlich vor dem Verkehr an dem großen innerstädtischen Knotenpunkt geschützt werden.

Die Parkplatzsituation in dem Teilstück der Bergedorfer Straße wird durch den Umbau des Areals allerdings weiter verschärft. Denn der Entwurf sieht vor, die drei Stellplätze vor der Apotheke gegenüber des "Schiller-Centers" aufzulösen. Dort sollen stattdessen drei Bäume gepflanzt werden. Die drei Parkplätze wurden bisher immer gern von Kurzzeitparkern genutzt.

Im südlichen Abschnitt der Bergedorfer Straße waren durch die Umgestaltung schon Parkflächen verschwunden, das "Schiller-Center" löste für eine sechsstellige Summe sogar vorgeschriebene Stellplätze ab, statt sie zu bauen. Dadurch ist in dem Viertel ein enormer Druck entstanden, weil immer mehr Geschäfte immer weniger Parkplätze anbieten.

Im Ausschuss für Bau und Verkehr werden die Planer des Büros Elbberg ihren Entwurf erstmals öffentlich präsentieren. Das Gremium tagt am kommenden Montag, 6. August, um 18 Uhr öffentlich im Rathaus. Gleichzeitig soll der Ausschuss die tiefbauliche Fachplanung für den Abschnitt der Bergedorfer Straße zwischen Schillerstraße und Buntenskamp in Auftrag geben. In den vergangenen Wochen hatte eine Lenkungsgruppe das Projekt ohne Öffentlichkeit mehrfach beraten.

Im Anschluss wird das Ingenieurbüro Masuch + Olbrisch einen Entwurf für die Umgestaltung der Fußgängerzone zeigen. Details dazu wurden bisher nicht bekannt.