Kreis

Sparplan belastet Geesthacht

Geesthacht/Ratzeburg (ger/cus/bd). Die Kassen der Kommunen sind leer, seit Jahren schon setzen die Kämmerer den Rotstift bei Kultur, Frauennachttaxi oder Seniorenausfahrten an.

Am heutigen Donnerstag will auch der Kreis Herzogtum Lauenburg ein Millionen schweres Sparpaket auf den Weg bringen - und bringt damit die Städte und Gemeinden in arge finanzielle Bedrängnis. So will die Kreisverwaltung unter anderem jährlich 1,6 Millionen Euro einsparen, indem sie die Schulkostenbeiträge für ihre beiden Förderzentren künftig den Gemeinden in Rechnung stellt, aus denen die Schüler kommen - und das sind immerhin 6916 Euro pro Kind. "Unseren angeschlagenen Haushalt belastet das mit zusätzlichen 300 000 Euro pro Jahr", sagt Geesthachts Bürgermeister Volker Manow, denn 42 Kinder aus seiner Stadt besuchen die dortige Hachede-Schule, die dem Kreis gehört.

"Wir ringen hier jedes Jahr um Kleinstbeträge, um unseren Haushalt zu verabschieden - und jetzt werden auf einen Schlag alle Anstrengungen konterkariert. Es ist keine Art, alle Einsparungen an die Kommunen weiterzureichen."

Aus Lauenburg besuchen vier Kinder die Hachede-Schule. Kämmerer Thomas Burmester ist verwundert über die Höhe des geforderten Betrages: knapp 7000 Euro seien zwei- bis dreimal so viel wie die Summe, die die Stadt an andere Schulträger zu überweisen hat. Der Kreis praktiziere das alte Spiel und verlagere Kosten von oben nach unten auf die Kommunen, die sich als letztes Glied in der Kette nicht wehren können. Er fordert zunächst den Nachweis für die Berechtigung dieser Summe und wird sich gleichzeitig Gedanken machen, wie und wo man im Lauenburger Haushalt überhaupt noch fast 28 000 Euro einsparen kann. "Man hätte eine konsensuale Lösung finden können, wenn denn die Kommunen vorab informiert worden wären", sagt Schwarzenbeks Verwaltungschef Frank Ruppert. Für 24 Schwarzenbeker Kinder, die die Hachede-Schule in Geesthacht besuchen, muss die Stadt künftig jedes Jahr 173 000 Euro überweisen. "Für uns ist das doppelt schwer, weil wir ja selber unter einem Sparzwang stehen", sagt Ruppert. Er kritisiert, dass die Kreisumlage gleich bleibt. Ruppert: "Die müsste ja eigentlich sinken, weil sich der Kreis durch die Schulkosten erheblich entlastet."

In einem Brief forderten die Bürgermeister der Städte und Gemeinden gestern nachdrücklich den Kreispräsidenten Meinhard Füllner und die Fraktionschefs auf, den Sparbeschluss aufzuschieben - und dringend über die Konsolidierung der Haushalte insgesamt in einem offenen Gespräch zu beraten.