Teilhabepaket

Brackmann pfeift Kreis zurück - 111 000 Euro für Geesthacht

Geesthacht/Ratzeburg. Mehr Schulsozialarbeiter vor Ort sollen für eine bessere Lernqualität und weniger Konflikte an den Schulen sorgen. Das war ein Ziel des Bildungs- und Teilhabepakets der Bundesregierung. Doch stattdessen sorgt das Programm derzeit für erheblichen Ärger zwischen Geesthacht und dem Kreis Herzogtum Lauenburg.

Der Grund: Weil Geesthacht für seine Schulsozialarbeit nicht ein neu geschaffenes Kreis-Konzept umsetzen will, leitet die Kreisverwaltung die Mittel des Bundes nicht weiter - immerhin mehr als 111 000 pro Jahr. Zuletzt hatte CDU-Ratsherr Sven Minge sogar angeregt, im Gegenzug die Kreisumlage einzubehalten. Schließlich ist die Sozialarbeit seit Jahren in Geesthacht etabliert, auch ohne Kreis-Konzept. Jetzt lenkt die Kreis-CDU ein und will die lange diskutierten Leitlinien in die Schublade verbannen.

"Da sich einige Städte im Kreis anschicken, gegen das Konzept zu klagen, habe ich meiner Fraktion vorgeschlagen, die Richtlinien gar nicht erst in Kraft treten zu lassen", sagte Norbert Brackmann, der Fraktionsvorsitzende der Kreis-CDU, gestern. "Es macht keinen Sinn, dass wir uns um Zuständigkeiten streiten, wir sollten uns lieber um die Schüler kümmern", so Brackmann. "Ein Streit mit den Städten kostet uns nur Kapazitäten."

Beschließt der Kreistag Donnerstag die Aussetzung des Konzeptes, soll das Geld sofort nach Geesthacht überwiesen werden.

"Wir freuen uns kräftig, dass der Kreis endlich einlenken will", sagt Geesthachts Bürgermeister Volker Manow zu der positiven Nachricht aus der Kreispolitik. "Der Kreis Herzogtum Lauenburg und der Kreis Nordfriesland waren da ja als einzige im Land etwas bockig, was die Verteilung des Geldes angeht", sagt er. "Jetzt kommt das Geld endlich ohne Wenn und Aber da an, wo es sinnvoll eingesetzt wird", so Manow. "Unsere Schulsozialarbeiter haben längst ein Konzept, von daher war die vom Kreis angedachte Vorgehenswiese eine unsinnige Doppelarbeit. Nun haben wir endlich eine vernünftige Lösung in Aussicht."

Auch in einem weiteren Streitpunkt will die CDU einlenken: Vehement hatte sie im Kreistag eine Koordinierungsstelle für Schulsozialarbeit im Kreis durchgesetzt - ebenfalls finanziert aus den Bundesmitteln.

Nun hat sich der Innenausschuss auf einem Workshop dafür ausgesprochen, diese Stelle 2014 auslaufen zu lassen. Brackmann: "Wir haben uns für eine saubere Trennung zwischen Schulsozialarbeit und den Schulträgern entschieden."