Personal

Gymnasien suchen dringend Chefs

Geesthacht/Reinbek. (ger/cus/sho). Drei Gymnasien in der Region suchen händeringend einen neuen Leiter. Doch obwohl die Stellen mehrfach ausgeschrieben waren, ist die Resonanz beim Bildungsministerium gleich Null.

"Die Leiterstelle am Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) wurde bereits zweimal ausgeschrieben, aber niemand hat sich beworben", sagt Geesthachts Bürgermeister Volker Manow. Dabei entspricht die Besoldung der Stufe A16 einer Stelle als Polizeidirektor oder Erster Stadtrat (Gehalt 5000 bis 6000 Euro). Wenn OHG-Leiter Jens-Peter Pankow im Sommer in den Ruhestand geht, wird sein Stellvertreter Karl-Heinz Nieder den Chefposten übernehmen - bis sich ein Leiter findet. In Schwarzenbek ist das seit Monaten Praxis: Zu Jahresbeginn ging Dr. Joachim Seliger nach elf Jahren als Schulleiter in den Ruhestand. Seitdem wird das Gymnasium Europaschule durch Seligers bisherigen Stellvertreter Frank Schwerdtfeger geleitet. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Auch in Reinbek wird ein Nachfolger für Schulleiterin Renate Stapel gesucht. Bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht man die schlechten Arbeitsbedingungen für Lehrer in Schleswig-Holstein als Grund für die Misere. "Das Land delegiert immer mehr Aufgaben auf Schulen und ihre Leiter", sagt Ferdinand Schütt, GEW-Vorsitzender im Lauenburgischen.

Das unterschreibt Renate Stapel, Leiterin der Sachsenwaldschule in Reinbek, sofort: "Die Arbeit besteht aus erheblich mehr Verwaltung und Bürokratie als man es sich jemals hat träumen lassen", sagt sie. Beim Bildungsministerium in Kiel ist der Engpass in der Leitungsebene bekannt - eine offizielle Erklärung gibt es nicht.