Fahndung

Kripo-Großeinsätze mit MEK und Helikopter

Gestern 13.30 Uhr: Bremsen quietschen am Mohnhof, zwei zivile Polizeiwagen nehmen den schwarzen Mazda X 3 in die Zange, Beamte des Mobilen Einsatz Kommandos (MEK) reißen die Türen auf, Sekunden später liegen der Fahrer und seine Beifahrerin mit dem Gesicht auf dem Asphalt.

Fast zeitgleich klicken auch die Handschellen in der Straße Wischhoff in Wentorf. Dort nimmt die Hamburger Sondereinheit gleich vier Verdächtige fest, sie werden in die Zellen der Reinbeker Polizei gebracht.

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Offenbach (Hessen) sollte die Hamburger Kripo eigentlich nur einen Haftbefehl vollstrecken. Es geht um organisierten Bandendiebstahl im nationalen Stil, mit Tatorten in Hamburg, Köln und dem Rhein-Main-Gebiet. Ein Bandenchef sitzt bereits in Frankreich hinter Gittern. Offenbar sind die Ermittler bei der Observation für die geplante Festnahme mitten in einen neuen Coup geraten. In der Wohnstraße Wischhoff wollten die Diebe in eine Wohnung einsteigen. Dann ging alles so schnell, das selbst Reinbeks Kripochef Joachim Böhm überrascht war: "Plötzlich tauchen die Hamburger auf und unsere Zellen sind voll." Hintergründe wollte die Staatsanwaltschaft Offenbach "wegen laufender Ermittlungen" nicht mitteilen.

Bereits am Freitagvormittag hatte ein Exhibitionist in Lohbrügge für einen ungeplanten Großeinsatz gesorgt. Der etwa 25 bis 30 Jahre alte Südeuropäer hatte sich am Zaun der Stadtteilschule Richard-Linde-Weg seine blaue Jeans heruntergezogen und vor drei Schülern (11, 11 und 12 Jahre) onaniert.

Anschließend flüchtete der mit einer Baseball-Mütze und einem blauen Pullover bekleidete Mann in das Waldstück Sander Tannen. Mit fünf Streifenwagen und dem Hubschrauber "Libelle" fahndete die Polizei nach dem Sextäter. Die Beamten überprüften drei Verdächtige, eine Wohnung wurde durchsucht. "Bei keinem der Überprüften ergab sich ein hinreichender Tatverdacht", so Polizeisprecher Andreas Schöpflin.