Energiewende

Strom und Wärme aus Biomüll - Neue Ära der Abfallwirtschaft

Trittau. Aus Bananenschalen, Kaffeesatz, Rasenschnitt und Speiseresten werden Ökostrom und Wärme: "Wir starten in eine neue Ära der Abfallwirtschaft", kündigte Olaf Stötefalke, Sprecher der AWSH (Abfallwirtschaft Südholstein), gestern beim ersten Spatenstich für eine sogenannte Bioabfallvergärungsanlage in Trittau an.

In der Gemeinde im Südosten Stormarns werden ab dem Jahreswechsel 2013 insgesamt rund 30 000 Tonnen Bioabfall aus den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg zur Strom- und Wärmeerzeugung in einer speziellen Biogasanlage genutzt und anschließend kompostiert. So wird der Müll zum wertvollen Rohstoff.

Zurzeit werden in Trittau 17 000 Tonnen Bioabfall aus dem Kreis Stormarn ausschließlich kompostiert. Knapp 13 000 Tonnen aus dem Herzogtum Lauenburg werden momentan in Grevesmühlen in Kompost umgewandelt. Derzeit investiert die Firma AWT in Trittau 4,5 Millionen Euro die Biogasanlage, die von Januar 2013 an aus den Grünabfällen beider Kreise jährlich drei Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen soll. Hinzu kommt Wärme, die Firmen im angrenzenden Trittauer Technologiepark beheizen soll. Außerdem wird Wärme benötigt, um die Biomasse auf 55 Grad aufzuheizen, damit die erforderliche Gärung in Gang kommt. "Es ist für die Energiewende wichtig, vorhandene Rohstoffe zu nutzen. Es macht keinen Sinn, Mais für Biogasgewinnung anzubauen, wenn wir ohnehin große Mengen Biomasse haben, die nicht genutzt wird. Mit unserer Anlage sparen wir 3000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr ein", sagt AWSH-Geschäftsführer Dennis Kissel.

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