Diebstahl

Lichtkünstler Michael Batz bricht Schloss-Illumination ab

Bergedorf. Rücksichtslose Diebe haben Bergedorfs 850-Jahr-Feiern einen schweren Schlag versetzt: Kurz nach der Premiere seiner Illumination des Schlosses in der Nacht auf Sonnabend hat Michael Batz entnervt abgebaut.

"Den Chaoten ist es gelungen, mein Werk zu zerstören", sagte der international renommierte Lichtkünstler gestern unserer Zeitung.

Dabei war das feuerrote Schloss ein Hingucker, der die Blicke aus ganz Deutschland auf Bergedorf ziehen sollte. Batz wollte so die Feiern und besonders die am Freitag eröffnete Kunstschau im Schloss unterstützen. Von seinem fast 30 000 Euro teuren Werk stellte er nur 2000 Euro in Rechnung. Doch dann kamen die Diebe.

"Schon bei der Generalprobe am Donnerstag hatten wir zwei Diebe gestellt. Aber in der Nacht darauf wurde unsere Schau gezielt angegriffen", beschreibt der technische Leiter Sascha Hamann. "Unserem Wachmann fiel in der Nacht auf Sonnabend gegen 2.45 Uhr eine ganze Gruppe junger Männer auf, die sich für die Spezialleuchten interessierten. Doch das war ein Ablenkungsmanöver: Während er einen Teil der Gruppe im Auge behielt, montierte der Rest hinter seinem Rücken zahlreiche LED-Strip-Lights ab.

Mit sechs Leuchten rannten die Männer weg, zu schnell für den Wachmann. Der materielle Schaden beläuft sich auf weit über 6000 Euro. Doch der Image-Schaden für Bergedorf dürfte noch weit größer sein. "So etwas ist mir noch nie passiert. Es tut mir leid für das große Engagement der Bergedorfer und auch um das Schloss, das eine solche Illumination wirklich verdient hat", sagt Michael Batz, der auch mit Rücksicht auf den Wert der Technik abgebrochen hat: 100 000 Euro an Material hatten Sascha Hamann und sein Team am Schloss installiert. Der Chef-Techniker will Bergedorfs Wahrzeichen nie wieder beleuchten: "Ich bin im Vorfeld gewarnt worden, dass der Schlosspark nachts gefährlich sei. Die Wirklichkeit ist leider noch schlimmer. Die Polizei kriegt das offenbar nicht in den Griff." S. 13

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