Autobahn 21

Zusätzlich 12 500 Lkw pro Tag - Norden droht Verkehrsinfarkt

Hamburg/Geesthacht. 120 000 Autos quälen sich täglich über die Autobahn 1 an Hamburg vorbei.

Und es werden immer mehr: Die geplante Fehmarnbelt-Querung würde das Verkehrsaufkommen gen Norden weiter dramatisch wachsen lassen, zusätzlich 12 500 Lastwagen könnten zudem bis 2025 täglich den boomenden Hamburger Hafen ansteuern, schätzt die Handelskammer Hamburg - und warnt vor dem Verkehrsinfarkt in der Metropolregion Hamburg. "Schon heute können A1 und A7 kaum mehr Verkehr aufnehmen, und es gibt keine Alternativen", sagt Reinhard Wolf, Leiter des Geschäftsbereichs Infrastruktur der Handelskammer.

Um den drohenden Stillstand auf Autobahnen aufzuhalten, gibt es für die Wirtschaft nur eine Lösung: den Ausbau der A21 zwischen Winsen und Bargteheide.

Bislang besteht die A21 aus zwei kurzen Teilstücken auf der Trasse der ehemaligen B404 zwischen Bargteheide und Kiel. Vier Handelskammern aus der Metropolregion Hamburg fordern jetzt den Ausbau der B404 als durchgängige Autobahn von Kiel über die Elbe bis nach Nordniedersachsen - auch der Automobilclub ADAC unterstützt den Bau. "Der Ausbaubedarf ist bei einer Länge von 40 Kilometern überschaubar", so Wolf. Sein Kollege Rüdiger Schacht von der IHK Lübeck hält eine Realisierung bis 2025 für möglich - wenn die Politik mitspielt.

Mit Aufklebern, Plakaten, Lkw-Planen und einer Internetseite will die "Pro-A21-Initiative" für ihre Forderungen werben - denn die Zeit drängt. Sollte das Projekt eine Chance bekommen, muss es in den vordringlichen Bedarf des nächsten Bundesverkehrswegeplans aufgenommen werden, dieser wird gerade vorbereitet. Zudem müssten Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen Gelder für die Planung bereitstellen - laut einem Gutachten von 2007 kostet der Ausbau 300 Millionen Euro.

Nach Ansicht des ADAC würde die neue Autobahn ein großes Stück mehr Sicherheit in den Norden bringen. "Die Unfallzahlen auf der heutigen B404 gehören zu den höchsten in Norddeutschland. Allein 2011 gab es zwischen Trittau und Geesthacht 78 Verkehrsunfälle", sagt Ingo Meyer, Vorsitzender des ADAC Hansa.

Geesthacht soll im Zuge des Ausbaus eine zweite Elbquerung bekommen, die neue A21 könnte später über die geplante Umgehungsstraße westlich an Geesthacht vorbei Richtung Schwarzenbek führen.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.A21-jetzt.de .