Schädelbasisbruch

Lebensgefahr: Schläger treten Opfer am Boden ins Gesicht

Neuallermöhe. Brutaler Überfall in Neuallermöhe. Zwei Männer wurden von Unbekannten Sonnabend gegen 17.30 Uhr niedergeschlagen und so schwer getreten, dass ein 35-jähriges Opfer lebensgefährliche Verletzungen erlitt.

Der Mann brach unvermittelt auf der Polizeiaußenstelle Neuallermöhe zusammen, als seine Aussage aufgenommen werden sollte. Im Krankenhaus versetzten Ärzte den Neuallermöher ins künstliche Koma.

Die Hintergründe sind bislang ebenso ungeklärt wie der genaue Tathergang. Am Sonnabend waren die zwei Männer (35 und 45 Jahre) von Hamburg aus mit der S 21 Richtung Bergedorf unterwegs. Bereits im Zug kam es zu Auseinandersetzungen, bepöbelten zwei junge Männer die Neuallermöher. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei sollen sich die Schläger aus unbekanntem Grund beleidigt gefühlt haben.

Als die beiden Neuallermöher auf dem S-Bahnhof Allermöhe den Zug verließen, folgten ihnen die jüngeren Männer. Am Walter-Rudolphi-Weg attackierten sie die Freunde von hinten, schlugen sie nieder. Dann traten die Angreifer auf die am Boden liegenden Männer ein. Der 35-Jährige wurde dabei schwer am Kopf getroffen. Er erlitt, wie sich später herausstellte, neben einer Kieferfraktur auch einen Schädelbasisbruch.

Die Polizei geht davon aus, dass die Angreifer bei ihrer Attacke bewusst auf den Kopf des Opfers gezielt haben. "Er hat einen Schuhabdruck im Gesicht. Es ist heute leider häufig so, dass Angreifer auf die Köpfe bereits am Boden liegender Opfer eintreten", sagt Polizeisprecherin Ulrike Sweden. Der 45-Jährige erlitt schwere Prellungen.

Als sich Passanten näherten, flohen die beiden Angreifer zu Fuß Richtung Feldmark. Beide werden als 18 bis 25 Jahre jung, 1,70 bis 1,75 Meter groß und dunkel gekleidet beschrieben. Einer soll auffällig schlank sein, der andere eine kräftige Statur und dunkle Haare haben. Bei ihrer Flucht über die Gleise wären sie fast von einem Fernzug erfasst worden: Der Schienenverkehr wurde auf der Trasse für etwa 20 Minuten unterbrochen.

Polizisten brachten die beiden Opfer in die nahe Außenstelle Neuallermöhe. Als die Beamten die Aussagen aufnehmen wollten, sackte der 35-Jährige plötzlich zusammen. Ein sofort alarmierter Notarzt ließ das Opfer ins Krankenhaus bringen. Dort stellten Ärzte so schwere Kopfverletzungen fest, dass sie den 35-Jährigen vorübergehend in ein künstliches Koma versetzten. Gestern wurde er daraus wieder aufgeweckt.

Die Polizei ist optimistisch, die Schläger rasch ermitteln zu können. Neben den Aussagen der Opfer können dazu auch Überwachungsvideos aus der S-Bahn und vom Bahnsteig beitragen. Sweden: "Die Aufnahmen sind sichergestellt, werden jetzt ausgewertet."

Der Überfall wird heute auch im Bergedorfer Verkehrs- und Innenausschuss zur Sprache kommen. Polizeirat Ansgar Pagen, amtierender Leiter des PK 43, und Bergedorfs Kripochef Axel Podlech werden sich auf der um 17.30 Uhr im Rathaus beginnenden öffentlichen Sitzung zur Kriminalitätsentwicklung im Bezirk Bergedorf äußern. Seit 2011 ist Neuallermöhe ein eigener Stadtteil, gibt es Zahlen zu dem Quartier: Mit 255 angezeigten Körperverletzungen liegt es deutlich hinter Bergedorf (mit Bergedorf-West und Nettelnburg: 468) sowie Lohbrügge samt Boberg (461).