Statistik

Erschreckender Anstieg der Motorradunfälle

Bergedorf. Mehr Getötete, mehr Verletzte, mehr Unfälle insgesamt: Bergedorfs Straßen waren im vergangenen Jahr deutlich unsicherer als noch 2010. Das geht aus den neuen Unfallzahlen für den Bezirk hervor.

Demnach ereigneten sich 2011 insgesamt 3301 Unfälle in Bergedorf, 198 mehr als im Vorjahr. 445 Menschen wurden verletzt (+36), sechs getötet (+2). Auch hamburgweit stieg die Zahl der Unfälle an, die der Verkehrstoten sogar deutlich von 22 auf 34.

In Bergedorf ist besonders die Zunahme an Motorradunfällen erschreckend. 92 Biker waren hier an Zusammenstößen beteiligt, 23 mehr als im Vorjahr. Drei wurden bei Unfällen getötet (+1), zwölf schwer verletzt (+3), 48 leicht verletzt (+13). Zwar waren nicht immer die Biker Unfallverursacher, doch traf sie oft eine Mitschuld, weil sie etwa zu schnell waren. Zu hohes Tempo sei "eine der Hauptunfallursachen", stellt Hans-Jürgen Gäth, Chef der Verkehrspolizei in Bergedorf, fest.

Kaum besser sieht es in anderen Bereichen aus. Auch mehr Fußgänger waren 2011 an Unfällen beteiligt (73, +4). Eine Passantin wurde getötet. Auch bei den Radfahrern gab es einen Toten zu beklagen. Leicht oder schwer verletzt wurden weitere 56 Fußgänger (+2) und 114 Radler (+11). Lediglich die Zahl der an Unfällen beteiligten Kinder sank leicht von 39 auf 38. Dabei wurden 26 Kinder leicht oder schwer verletzt (-5).

Eine einfache Erklärung für die Zunahme an Unfällen im Bezirk gebe es nicht, so Hans-Jürgen Gäth. "Manchmal sind es besondere Schönwetter-Phasen, Umleitungen oder andere Ursachen, die dazu führen, dass mehr Unfälle passieren", sagt der Verkehrspolizeichef. Die Polizei konzentriere sich deshalb auf die typischen Unfallschwerpunkte - in Bergedorf sind dies die großen City-Kreuzungen (B5/Sander Damm, Mohnhof, B5/Vierlandenstraße). "Wir kontrollieren dort zum Beispiel Rotlichtverstöße." Die Unfallursachen seien unterschiedlich. Werde aber irgendwo ein besonderes Problem festgestellt, "versuchen wir die Situation zu optimieren".

Die Hände gebunden sind der Polizei bei einem anderen Problem: Die Zahl der Fahrerfluchten, meist Parkrempler, nahm erneut zu - von 891 auf 957. Das Delikt sei schwer zu kontrollieren, so Gäth. "Auf welchen Parkplatz sollten wir uns da stellen?" Auch Prävention helfe wenig: "Die Leute wissen genau, dass es eine Straftat ist. Aber viele wollen eben ihre Versicherungsprozente retten."