Fürstengarten

Großer Plan für Lauenburg - Hotel mit 120 Zimmern

Lauenburg. Es klingt wie ein Paukenschlag: Im Fürstengarten soll für rund 20 Millionen Euro ein Hotel (120 Zimmer) samt öffentlichem Gesundheitszentrum sowie modernen Veranstaltungs- und Tagungsräumen gebaut werden.

Projektentwickler Gert Prantner aus Hamburg stellte das Vorhaben im Rahmen der Zukunftswerkstatt für die Lauenburger Oberstadt vor. "Wenn wir so zügig wie bisher weitermachen, könnte das Haus 2014 öffnen", sagte er.

"Die offenen Gespräche hier in Lauenburg haben mich begeistert", erklärte Prantner vor 150 Menschen, die zur dritten Veranstaltung im Rahmen der Lauenburger Zukunftswerkstatt in die Heinrich-Osterwold-Halle an der Elbstraße gekommen waren. Prantner: "Wir wollen das Hotel hier bauen und ich bin überzeugt, es wird ein Erfolg." Etwa 60 Arbeitsplätze könnte das Projekt der Stadt bescheren.

Prantner ist geschäftsführender Gesellschafter der Firma RIMC International, die sich darauf spezialisier hat, weltweit maßgeschneiderte Hotelkonzepte für externe Investoren oder eigene Vorhaben zu entwickeln. "Wir prüfen im Vorwege immer sehr genau, ob es sich lohnt, sich zu engagieren", sagte Prantner. In Lauenburg ist er davon überzeugt. Unter anderem in Rom, Wien, Zürich, und Moskau hat Prantner mit seinem Unternehmen bereits Hotels verwirklicht. In Wolfsburg entwickelte er die Autostadt.

"In Lauenburg gibt es wunderbare kleine Hotels und eine gute Gastronomie. Was fehlt, ist ein großes Hotel mit zusätzlichen Angeboten, das das ganze Jahr über Touristen in die Stadt holt und für Lauenburg Werbung macht. Mit dem Geschäft im Sommer und Winter allein lässt sich kein Hotel mehr führen, man braucht eine Infrastruktur für das ganze Jahr", so Prantner. Das von ihm geplante Gesundheitszentrum soll die Menschen nach Lauenburg locken. Er sieht das Vorhaben nicht als Konkurrenz zur bestehenden Branche, sondern als Ergänzung.

Der Fürstengarten oberhalb des Elbhangs wurde 1590 nach dem Vorbild der Anlagen in Schlackenwerth/Böhmen durch Herzog Franz II geschaffen. 1656 wurde der Fürstengarten durch Herzog Julius Heinrich als barocker Garten nach böhmischem Vorbild ausgestaltet. Zwischen 2003 und 2005 wurde die unter Denkmalschutz stehende Gartenanlage für 300 000 Euro nach Originalplänen restauriert. "Der Park soll optisch der Mittelpunkt im Konzept sein", berichtet Bauamtsleiter Reinhard Nieberg. Wo genau und in welcher Optik der Neubau realisiert werden könnte, dazu soll ein Architektenwettbewerb die Ideen liefern. Sobald der Startschuss fällt, würde die Bauzeit gut eineinhalb Jahre betragen. Der nördliche Bereich des Fürstengartens sowie angrenzende private Brachflächen wären für das Vorhaben von RIMC International prädestiniert, weil dieses Areal nicht unter Schutz steht.

"Ich freue mich, dass ein großer Investor auf Lauenburg aufmerksam geworden ist und hier so ein Projekt plant. Und das Pulver ist noch längst nicht verschossen, wir führen jede Menge Gespräche für spannende Vorhaben. Es wird sich einiges tun", versichert Bürgermeister Andreas Thiede. Er hat sich seit seiner Wahl 2011 und dem Amtsantritt gleich auf die Suche nach Investoren, die Lauenburg zu neuem Glanz verhelfen könnten, gemacht. Thiede: "Viele Gespräche laufen bereits fast ein Jahr, jetzt ernten wir erste Früchte unserer Arbeit."