Leichenfund

Grauen in Glinder Tiefgarage: Toter liegt im Kofferraum

Glinde. Das Heulen der Alarmanlage im hellblauen Renault hallte ohrenbetäubend durch die dunkle Tiefgarage. Mehrmals sprang sie in den vergangenen Tagen an. Das muss ein Anwohner aus den Hochhäusern vom Weg an der Gutsmauer gestört haben.

Am Montag rückte die Polizei an und machte die grausame Entdeckung: Im Kofferraum des Renaults fanden die Beamten eine männliche Leiche. Wie lange der Mann dort schon lag und um wen es sich dabei handelt, ermittelt nun die Bezirkskriminalinspektion Lübeck mit Unterstützung der Kripo in Reinbek. Gestern wurde der Tote obduziert, die Ergebnisse werden laut Polizeisprecher Stefan Muhtz für heute erwartet.

Fest steht, der Wagen hatte keine Nummernschilder und stand seit Wochen unbewegt in der Tiefgarage auf der unteren Ebene einer doppelstöckigen Parkpalette.

"Mir war das Auto schon länger aufgefallen", sagt Hausbewohnerin Christina Düring. Die 43-Jährige parkt ihren Wagen nur drei Stellplätze weiter. "An dem Auto klebten Zettel und die Kennzeichen fehlten. "Wenn ich gewusst hätte, dass damit etwas faul ist, hätte ich schon viel früher die Polizei gerufen", sagt die Glinderin. Von außen sei der Renault nicht verdächtig gewesen. Es habe auch nicht nach Verwesung gerochen.

Ob mit ihrem Anruf möglicherweise ein Mord hätte noch verhindert werden können, ist noch ungeklärt. Genauso wie die Frage, wodurch die Alarmanlage am Sonntag oder Montag ausgelöst wurde. Hat der Mann im Kofferraum möglicherweise zu diesem Zeitpunkt noch gelebt? Bislang hält sich die Bezirkskriminalinspektion Lübeck mit ihren Informationen bedeckt. "Das ist mit der Staatsanwaltschaft abgesprochen. Wir wollen kein Täterwissen an die Öffentlichkeit bringen", erklärt Muhtz.

Mit einem achtköpfigen Team hat die Kriminalpolizei am Montag Spuren in dem Parkhaus gesichert, hat Hausbewohner Detlef Buschka beobachtet. Der 68-jährige Rentner hat den nervenaufreibenden Ton der Alarmanlage noch im Ohr. Dabei gedacht hat sich der Glinder nichts. Seite 18