Bergedorfer Bautage

Das Handwerk hofiert den Nachwuchs

Bergedorf. Die Auszubildenden im Handwerk spielen in zehn Tagen die Hauptrolle auf dem Frascatiplatz: Zum Auftakt der 12. Bergedorfer Bautage (31. März/1. April) lädt die Handwerkskammer sie für Freitag, 30. März, zunächst zum Empfang mit persönlichem Eintrag ins frisch gebundene dunkelblaue "Lehrlingsbuch des Bergedorfer Handwerks" ein.

Tags darauf zeichnet der Berufsnachwuchs dann am ersten Messe-Tag verantwortlich für die "Lebende Baustelle" auf der Bühne des größten unter den 220 Ständen der Bautage - der über 1000 Quadratmeter großen Gemeinschaftsfläche des Bergedorfer Handwerks. Von 10 bis 18 Uhr werden Azubis von Maurern über Zimmerleute, Gas- und Wasser-Installateure und Trockenbauer bis hin zu Tischlern, Elektrikern und Glasern ihre Fertigkeiten live unter Beweis stellen. Die Moderation übernimmt den ganzen Tag über Tischlermeister Hans Burwieck aus Kirchwerder. Fragen aus dem Publikum sind ausdrücklich erwünscht, denn die Lehrlinge von heute sollen mit ihrem Auftritt Schülern Lust machen, die Azubis von morgen zu werden.

"Wir wollen unserem Nachwuchs den Wert geben, der ihm gebührt. Deshalb spielen die Bautage 2012 für uns nicht nur beim Kontakt zu den Kunden eine wichtige Rolle, sondern auch im Bereich der Lehrlingswerbung. Azubis sind angesichts der geburtenschwachen Jahrgänge das wichtigste Kapital für unsere Zukunft", sagt Klaus Fischer, Bezirksverantwortlicher der Handwerkskammer.

Tatsächlich bietet das Handwerk den Schulabgängern dieses Sommers so gute Berufschancen wie noch nie. Knapp 550 freie Ausbildungsplätze listet allein die Lehrstellenbörse der Handwerkskammer unter www.hwk-hamburg.de schon jetzt auf. "Das deutet auf einen neuen Rekord hin. Es werden weit mehr als die 987 Stellen, die uns 2011 gemeldet wurden", sagt Handwerkskammer-Sprecherin Ina Diepold. "Wer sich für eine Ausbildung im Handwerk interessiert, hat also beste Chancen auf eine Lehrstelle. Dafür empfiehlt sich neben einem Praktikum auch einfach ein Besuch in einem Betrieb des Lieblingsberufs. Denn im Handwerk kommt es besonders auf persönlichen Kontakt an", empfiehlt sie.

Wer dann, fast unabhängig von seiner Schulbildung, einen guten Start hinlege, habe ausgezeichnete Perspektiven. Denn ein Großteil der Gesellen sei heute 55 bis 65 Jahre alt, werde also innerhalb der nächsten zehn Jahre in Rente gehen und müsse ersetzt werden. "Zudem suchen rund 5000 der 15 000 Hamburger Handwerksbetriebe Nachfolger auf dem Chefposten", ergänzt Ina Diepold.

Beides gilt auch für Bergedorf, das etwa 1000 Handwerksbetriebe zählt. Rund 130 Azubis werden hier für den Ausbildungsstart am 1. August gesucht.