Umzug

GALAB baut in Schleusengärten Labor für 8,5 Millionen Euro

Bergedorf. Über Jahre tat sich wenig auf dem Bergedorfer Schleusengärten-Areal. Nachdem das Laser Zentrum Nord (LZN) vor wenigen Wochen eröffnet hat, geht es nun Schlag auf Schlag. Gestern präsentierten die Chefs der GALAB Laboratories GmbH ihre Pläne für den Umzug von Geesthacht nach Bergedorf.

Inzwischen läuft ein Antrag auf EU-Förderung des von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) geplanten Energie-Campus einschließlich Windlabor und Windrädern (in Curslack). Ein weiterer Interessent hat sich für eine Fläche neben dem LZN vormerken lassen.

8,5 Millionen Euro will GALAB in das neue Hightech-Labor in Bergedorf investieren. In einem dreigeschossigen Gebäude sollen bis Herbst nächsten Jahres 4500 Quadratmeter Laborfläche und Büros entstehen. Binnen 20 Jahren hat sich das Unternehmen als Dienstleister für die Kontrolle von Lebensmitteln, Kosmetika, Verpackungen und manchem mehr etabliert, untersucht etwa für Hersteller, Importeure aber auch ganze Handelskonzerne Produkte auf Schadstoffe und gesundheitsgefährdende Keime, auf Pilzbefall oder Allergene.

"Wir wollen von 100 Mitarbeiter auf 150 bis 170 weiter wachsen, haben in Bergedorf dann noch ausreichend Platz für einen Erweiterungsbau", sagt Dr. Jürgen Kuballa, geschäftsführender Gesellschafter der GALAB. Der Umzug stelle für niemanden ein Problem dar, bedeute er doch, dass die herrschende Platznot bald der Vergangenheit angehört. "Viele Mitarbeiter kommen zudem aus Hamburg. Aber auch die, die in Geesthachts Stadtgebiet wohnen, erreichen Bergedorf besser als das abgelegene Helmholtz-Zentrum mit schlechter Bus-Anbindung."

Dass die Angestellten mitziehen, sei unabdingbare Voraussetzung für den Umzug, sagt Mit-Gesellschafter Dr. Eckhard Jantzen: "Unsere Fachkräfte sind unser Kapital, die können wir nicht einfach austauschen, wir betreiben ja kein Call-Center."

Dem früheren Geesthachter Technologie- und Innovationszentrum (GITZ) sei man entwachsen, von der Größe wie der Ausrichtung: "Heute geht es dort vor allem um Materialforschung, da passen wir mit unserem Labor nicht hinein. Umso besser aber in die Schleusengärten, wo es Bergedorf gelingt, ein Hightech- und Life-Sciences-Zentrum zu entwickeln."

Der Umzug in die Hansestadt soll sich für GALAB auszahlen, das Unternehmen rückt nicht nur enger an die HAW Lohbrügge, mit deren Life-Sciences-Fakultät es seit 15 Jahren kooperiert. Jantzen: "Wir brauchen Ingenieure und Fachkräfte, die finden wir besser in Hamburg, der Stadt mit den vielen Laboratorien." Höhere Gewerbesteuersätze können da nicht schrecken: "Wir wollen weiter wachsen, da fallen sie weniger ins Gewicht."