Studie

81,6 kg Lebensmittel für die Tonne

Schwarzenbek (bz). 81,6 Kilogramm Lebensmittel im Wert von 235 Euro wirft jeder Deutsche statistisch gesehen im Jahr weg. Insgesamt landen jährlich knapp elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll von Haushalten, Handel und Industrie - Wert 21,6 Milliarden Euro.

Einer der Gründe: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist abgelaufen. Das hat eine Untersuchung der Universität Stuttgart ergeben. "65 Prozent dieser Lebensmittelabfälle wären völlig oder zumindest teilweise vermeidbar", sagte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) gestern in Berlin.

Unter dem Titel "Zu gut für die Tonne" will ihr Ministerium Ende März eine breit angelegte Informationskampagne für Verbraucher starten. Denn 6,7 der elf Millionen Tonnen weggeworfener Lebensmittel stammt aus privaten Haushalten. Hier ist die Verunsicherung groß. Selbst die Bedürftigen trauen Lebensmitteln mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum nicht über den Weg. Das stellen auch die Verantwortlichen der verschiedenen Tafeln fest. "Wir bieten in unserer Ausgabestelle am alten Güterbahnhof auch abgelaufene Lebensmittel an, wenn wir selbst sie für gut befunden haben. Wir weisen die Kunden allerdings darauf hin, dass diese Waren für den sofortigen Verkehr genutzt werden sollten", sagt Anke Oeser, Leiterin der Schwarzenbeker Tafel.

Sie hofft auf eine Lockerung der Regelungen zum Mindesthaltbarkeitsdatum. Denn nicht nur Tafelkunden scheuen abgelaufene Lebensmittel. Auch die Einzelhändler geben solche Waren nicht an die Tafel weiter, da sie fürchten, dass sie in Regress genommen werden könnten, wenn den Bedürftigen beim Verzehr etwas passiert. Deshalb werfen die Geschäftsleute abgelaufene Waren oder liegen gebliebene Frischwaren lieber weg.

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