Kriminalstatistik

Bergedorf: Alle 41 Minuten eine Straftat

Bergedorf. Diebe, Einbrecher und alkoholisierte Schläger verhageln Bergedorfs Polizei die Bilanz: Weil es vor allem in diesen Bereichen 2011 mehr Straftaten gab, steht das hiesige Polizeikommissariat 43 in der neuen Kriminalitätsstatistik nicht allzu gut da.

6,6 Prozent mehr Straftaten als im Vorjahr wurden hier 2011 erfasst, hamburgweit ist es nur eine Zunahme um 1,8 Prozent. Allerdings hat Bergedorf mit seinen 12 792 Taten (+796 gegenüber 2010) so wenige Fälle wie sonst kein Bezirk, liegt auch gemessen an der Einwohnerzahl im Mittelfeld.

"Die Eigentumsdelikte machen uns Sorgen", stellt Axel Podlech, Chef der Bergedorfer Kripo, fest. Besonders der Fahrraddiebstahl wächst sich zum echten Problem aus: Die Zahl der Taten stieg um 88 Prozent auf 1286 Fälle. "Es handelt sich offenbar um richtige Auftragsdiebstähle", so Podlech. Die Diebe haben es vor allem auf wertvolle Räder abgesehen, die dann sofort weiterverkauft werden.

Nicht mehr nur auf der Straße, auch in Keller- und Bodenräumen scheinen die Diebe gezielt nach den wertvollen Rädern zu suchen. Die Zahl der Einbrüche in diese Räume stieg ebenfalls deutlich - von 171 auf 285 Taten. Die Kripo reagiert, will auch künftig mit uniformierter Präsenz und Zivilfahndern auf die Jagd nach Fahrraddieben gehen. Die Zahl der Wohnungseinbrüche nahm nur leicht zu - von 346 auf 369 Taten.

Weiteres Sorgenkind sind die gefährlichen Körperverletzungen. Vor allem unter Betrunkenen - auf der Straße, aber auch im häuslichem Milieu - artet Streit oft in heftige Prügeleien aus. "Wenn Täter und Opfer alkoholisiert sind, ist es schwer für uns, Licht ins Dunkel zu bringen", stellt Kripochef Podlech fest. Unbeteiligte sind seltener in diese Streitereien involviert, dennoch macht die Zunahme der Körperverletzungen von 1290 auf 1373 Taten Sorge. Auch hier will die Bergedorfer Polizei mit verstärkter Präsenz, etwa rund um die Bahnhöfe, gegensteuern.

Leichte Zunahmen gab es auch in anderen Bereichen, etwa bei den Raubdelikten (von 182 auf 186) oder beim Rauschgifthandel (von 41 auf 51 Taten). Die Statistik führt zudem vier Tötungsdelikte auf - den Mord an dem Lohbrügger Emil A. sowie Fälle von versuchtem Totschlag nach Raub oder Streit.

Doch es gibt auch gute Nachrichten. So nahm die Zahl der Autodiebstähle deutlich ab - sowohl der Autoklau selbst als auch der Diebstahl von Zubehör. Zudem ist die Aufklärungsrate in vielen Bereichen positiv. Bei den Körperverletzungen liegt sie bei 83,9 Prozent. Fast ebenso hoch ist sie beim Handtaschenraub (83,3 Prozent). "Das liegt auch daran, dass wir dort einen Täter gefasst haben, dem wir viele Taten zuordnen konnten", so Podlech.

Insgesamt, meint der Kripochef, sei die Situation in Bergedorf nicht unsicherer geworden. Auch gebe es keinen besonderen Brennpunkt, an dem es viele Straftaten gebe: "Wir sehen uns jeden Tag und jede Woche die Zahlen an und schauen genau, ob es irgendwo einen Handlungsbedarf gibt."

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